Mit einem im Landkreis Aichach-Friedberg noch einmaligen Projekt ist die Realschule Mering derzeit befasst. Im neuen Schuljahr soll eine einheitliche Schulkleidung eingeführt werden, hat sich Schulleiter Wolfgang Aggensteiner vorgenommen. Ob die Schulkleidung verpflichtend oder freiwillig getragen werden soll, das ist noch offen - wie überhaupt das ganze Projekt noch nicht ganz durch sei, wie Aggensteiner erläutert.

Die Vorbereitungen zur einheitlichen Schulkleidung laufen schon seit vielen Monaten. Auslöser war eine Studie, die zeigte, dass die Realschule Mering mehr für ihr Image tun müsse. "Und da scheint uns die Schulkleidung eine gute Möglichkeit", so der Schulleiter. Identifikation mit und Profil der Schule könnten so gestärkt werden.
Von den vielen weiteren Vorteilen einer einheitlichen Kleidung ist Wolfgang Aggensteiner überzeugt. Zum einen werde die Haushaltskasse der Familien durch preisgünstige und robuste Kleidung auf Dauer geschont. Gleichzeitig kämen die Schülerinnen und Schüler gar nicht erst in Versuchung, ihren (vermeintlichen) sozialen Status durch Kleidung zu zeigen und vielleicht sogar andere Schüler, die sich bestimmte Marken nicht leisten können oder wollen, zu diskriminieren. Wolfgang Aggensteiner macht jedoch gleich klar, dass dieses Phänomen in Mering keine herausragende Rolle spielt.
Da sich die Schülerinnen und Schüler nicht so sehr auf ihre Klassenkameraden, sondern eher auf den Unterricht konzentrieren würden, seien im Endeffekt sogar bessere Leistungen möglich. Zu diesem Ergebnis kommen auch Wissenschaft und Psychologie, so Aggensteiner.
Einen Großteil des Lehrerkollegiums, des Elternbeirats und des Schulforums weiß der Schulleiter bereits auf seiner Seite, für eine endgültige Durchsetzung müsse man "aber noch kämpfen". Die Schüler selbst seien sich noch uneins und auch bei Lehrern und Eltern gebe es Gegenstimmen, die auf eine Einschränkung der Individualität und Freiheit der jungen Menschen hinwiesen.
Moderne Kleidungsstücke
Das Projekt Schulkleidung zielt keineswegs auf eine Uniform, macht der Schulleiter klar. Ihm schweben vielmehr moderne Kleidungsstücke wie T-Shirts, Langarmshirts, Kapuzen- oder Fleecejacken in ausgewählten Farben und mit einem Schullogo versehen vor. Mit der Schaffung eines solchen Logos ist die Schule derzeit befasst. Es gab bereits einen Wettbewerb, an dem sich die Schüler beteiligen konnten und bei dem auch ein Logo prämiert wurde, doch der Schulleiter selbst ist noch nicht überzeugt: Ihm schwebt ein zeitloseres Emblem vor als jenes, das den Preis geholt hat.
Ist das Logo erst einmal gefunden und sind alle vom Sinn der Schulkleidung überzeugt, hat Wolfgang Aggensteiner bereits an ein weiteres Detail des Projekts gedacht: Die Schülerinnen und Schüler des wirtschaftlichen Zweigs seiner Schule sollen den gesamten Vertrieb der Schulkleidung übernehmen und so praxisnah lernen, was Unternehmertum bedeutet.
Jetzt bestellen! Das neue iPad inkl. e-Paper.
Artikel kommentieren
| Artikel bewerten: