Montag, 25. September 2017

12. März 2010 19:30 Uhr

Kissing

Naturschützer contra Unternehmenssprecher

Naturschützer contra Unternehmenssprecher: Noch war es kein Dialog um die künftige Gestaltung des Lechs bei Flusskilometer 50,4. Für das Bayerische Fernsehen waren aber beide Seiten bereit, vor laufenden Kameras ihre Argumente auszutauschen. Von Anton Schlickenrieder

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Kissing. Naturschützer contra Unternehmenssprecher: Noch war es kein Dialog um die künftige Gestaltung des Lechs bei Flusskilometer 50,4. Für die Abendschau des Bayerischen Fernsehens waren aber beide Seiten bereit, vor laufenden Kameras ihre Argumente auszutauschen - und nahmen dabei durchaus beschwerliche Umstände in Kauf. Denn die zwei Liveschaltungen fanden im eisigen Schneetreiben direkt an der Sohlschwelle statt, dekorativ unterlegt mit Kajak- und Schlauchbooten im Wasser und Naturschützern, die mit Plakaten für einen frei fließenden Lech und ein Überleben des Huchen warben.

Diese stark bedrohte Fischart kommt im Lech noch vor und könnte helfen, Geld für sogenannte Life-Projekte lockerzumachen. Das wären Mittel, die von der EU kommen - der Huchen gilt als Flora-Fauna-Habitat-Art. Sehr hilfreich wäre es, den Fischen freie Fließstrecken und einen naturnah gestalteten Fluss zur Verfügung zu stellen. Zwischen Hochablass und Staustufe 23 wäre auf zwölf Kilometer Länge so ein Bereich, der allerdings erst noch mit hohem Investitionsaufwand neu gestaltet werden müsste. "Wo die Zahl von 100 Millionen Euro dafür herkommt, weiß ich nicht. Ich halte sie aber für zu hoch", sagt Ulrich Kraftczyk, der Geschäftsführer des Fischereiverbands Schwaben und Sprecher der Lechallianz. Dies ist ein Zusammenschluss von elf Verbänden und Vereinen, der die Errichtung eines neuen Wasserkraftwerkes im Naturschutzgebiet und FFH-Gebiet "Stadtwald Augsburg" entschieden ablehnt. Die Firma Eon-Wasserkraft plant ein solches anstelle der Sohlschwelle unterhalb des Auensees.

Firmensprecher Christian Orschler stellte sich nicht nur vor die Kamera, sondern versuchte auch, die Hand auszustrecken: "Wenn wir uns beim ,Ob' ein Stück verständigen, dann fällt es uns als Firma leichter, uns über das ,Wie' der naturnahen Gestaltung zu unterhalten." Etwa über die von der Lechallianz geforderte raue Rampe, eine fischgerechte Treppe im Fluss. Auf Nachfrage unserer Zeitung gab Orschler an: Solch ein Bauwerk sei technisch durchaus auch neben dem geplanten Laufkraftwerk im Fluss möglich. Ein Präzedenzfall solle das Kraftwerk bei Kilometer 50,4 aber nicht werden. Die früheren Pläne der Firma Eon, die weitere Kraftwerke zwischen Merching und Augsburg vorsahen, "sind nicht mehr aktuell", so Orschler.

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Die Naturschützer stellen sich aber auf den Standpunkt: "Der Lech hat schon genug getan für die Wasserkraft." Der ehemals mächtige Alpenfluss sei längst zu einem "traurigen Hybridgewässer" mutiert, wie es Dr. Eberhard Pfeuffer formulierte. Das geplante Kraftwerk liege zudem mitten in einem Naturschutzgebiet, "da kann man nicht einfach ein Kraftwerk drin bauen", ist sich Kraftczyk sicher.

Und: Das Projekt ist laut Lechallianz genau so ausgelegt, dass eine Förderung nach dem Erneuerbare- Energien-Gesetz (EEG/Einspeisevergütung) noch möglich ist. "Dafür dürfen Sie aber nicht uns verantwortlich machen, das ist ein Bundesgesetz", wehrte sich Orschler gegen den Einwurf von Johannes Schnell, dem Referenten für Arten- und Gewässerschutz beim Landesfischereiverband Bayern.

Weit von sich wies der Eon-Sprecher einen anderen Vorwurf der Lechallianz: Bestehende Kraftwerke würden gedrosselt laufen, um Gelder nach dem EEG abzuholen. "Das stimmt nicht. Bei der EEG-Förderung zählt die installierte Leistung des Kraftwerks, nicht das, was es momentan tut", so Orschler. Und er betont auch, dass für das geplante Kraftwerk kein Wasser aufgestaut werden soll. "Ab 60 Meter oberhalb und ab 100 Meter unterhalb kann also der Fluss problemlos renaturiert und auch verbreitert werden." Anton Schlickenrieder

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