Mering/Augsburg (riem) - Vielen Menschen ist bis jetzt nur der "tag" (Signum) als negatives Graffiti an der Hauswand aufgefallen. Mittlerweile hat sich Graffiti aber zu einer komplexen Malerei entwickelt. Die Aussteller in "GraffitiKontakt" am 15. März im Rahmen des Kunst- und Kulturfrühlings sind meist schon "Oldtimer" der Szene, so auch Stimpy und Bonsai, die auch in der Gruppe die Bunten agieren.
Auch wenn bei Graffiti von einer "jungen Kunst" gesprochen wird, muss weit ausholen, wer deren Historie erkunden möchte. Graffiti, oder treffender "Wandmalerei", gibt es seit der Mensch seine Spuren in der Umwelt hinterlässt. Sieht man die illegalen Schmierereien der Erstlingsversuche jugendlicher Sprayer, die leider viel zu oft in Form von "Tags" (Signaturen) das Stadtbild verunstalten, denkt der Betrachter, der einzige Fortschritt dieses Handwerks wäre der Einsatz von Sprühdosen anstelle des Faustkeils. Fernab davon erstreckt sich allerdings eine Kunstszene, die in neuzeitlichem Kontext widergibt, woran sich bereits große Künstler der Vergangenheit versuchten. Diese künstlerische und vor allem legale Auseinandersetzung mit der Sprühdose als Werkzeug entdeckten die beiden Künstler Aaron Roßner, alias Bonsai, und Stimpy aus Interesse an der Kunst.
Stimpy bekam zufällig ein Buch über einen Graffitikünstler in die Hand und Bonsai hat gute Graffiti bewundert und ist deshalb oft in die "Hall of Fame" gefahren. Mit 17 hat er dann sein erstes Bild gemalt. Quasi noch in den Kinderschuhen, lernten sie dort von erfahrenen Sprayern erste Tricks. So haben sie sich erstmals "mit dem Virus Graffiti infiziert", merkt Stimpy lachend an. Die zwei Künstler Bonsai und Stimpy betreiben die Graffitikunst als Hobby. Neben der Schule ist Graffiti ein nicht mehr wegzudenkender Teil ihres Lebens geworden. "Ich gehen nie ohne mindestens eine Sprühdose und einem Block Papier aus dem Haus, und wir sind überwiegend am Zeichnen und Planen", so Stimpy. "Wenn ich ein paar Tage nicht male, bin ich unausgeglichen", weiß Bonsai.
Schritt aus der Illegalität
Besonders schade finden es die zwei, dass sich Städte gegen die öffentlich sanktionierte Form der Straßenkunst wehren. Eine 24-Stunden-Galerie zum Beispiel in einem der größeren Stadtparks wäre einer ihrer Wünsche.
"Natürlich trifft abstrakte Kunst oft auf Ablehnung" bemerkt Bonsai, "doch stößt auch ein Miró oder Kandinsky nicht überall auf gesteigertes Interesse".
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