Der Landkreis Aichach-Friedberg will seinen Schulen durch das Aufstellen von Pavillons für den Unterricht Luft verschaffen. Bereits zum Beginn des neuen Schuljahrs sollen die beiden Gymnasien und die Friedberger Realschule so zusätzliche Klassenräume bekommen. Von Regine Kahl Von Regine Kahl

Aichach-Friedberg. Der Landkreis will seinen Schulen durch das Aufstellen von Pavillons für den Unterricht Luft verschaffen. Bereits zum Beginn des neuen Schuljahrs sollen die beiden Gymnasien und die Friedberger Realschule zusätzliche Klassenräume auf diesem Weg bekommen. Für diese Lösung gegen die Raumnot in den Schulen sprach sich der Kreisentwicklungsausschuss einstimmig aus.
Durch den noch unbekannten Ausgang der Frage, ob der Landkreis Aichach-Friedberg oder der Landkreis Augsburg ein weiteres Gymnasium bekommen wird, stecken einige Unbekannte in den Prognosen und Berechnungen der künftigen Schülerzahlen. Eines ist für Landrat Christian Knauer aber trotzdem wichtig: "Bis zur Klärung müssen wir den Unterricht an den Schulen erst einmal sicherstellen."
Kreisrat Tomas Zinnecker (CSU) stimmte zu: "Wir brauchen jetzt diese Räume." Bis zum Bezug eines möglichen Neubaus würden ja noch einmal vier bis fünf Jahre vergehen. Nach Meinung von Eva Ziegler (Unabhängige) sind Pavillons eine "unkomplizierte Lösung", um Zeit zu überbrücken und zu gewinnen. Hansjörg Krazeisen (SPD) wies darauf hin, dass sich die Raumnot in den Schulen noch verschärfen dürfte, wenn die Klassenstärken verringert würden.
Konradin-Realschule Friedberg Trotz der Pavillons ist nach Meinung von Landrat Knauer der Anbau an die Friedberger Konradin-Realschule "unstrittig". Er sprach sich dafür aus, das Projekt "zügig über die Bühne zu bringen". Für den Fall eines weiteren Konjunkturprogramms wäre jeder Zeitverlust hinderlich. Die Regierung von Schwaben hat für die Realschule einen Raumbedarf von 30 Klassen anerkannt. Ein Erweiterungsbau und die Anmietung von Pavillons sind für die Schule vorgesehen. Mit bis zu acht Containern soll der Platzbedarf während der Bauzeit gedeckt werden.
Friedberger Gymnasium Dem Wernher-von-Braun-Gymnasium fehlen zurzeit mindestens fünf Fachräume und vier Klassenzimmer. Eine Hochrechnung für den Bedarf in den nächsten Jahren hängt davon ab, ob es ein drittes Gymnasium geben wird oder nicht. Sollte es bei zwei Gymnasien bleiben, wird daran gedacht, weitere Klassenzimmer zu schaffen und die zunächst angemieteten Pavillons zu kaufen. Der Kreis will die aktuellen Engpässe durch vier bis sechs Pavillons überbrücken.
Aichacher Gymnasium Besonders groß ist die Raumnot im Deutschherren-Gymnasium. Drei Klassen sind schon in die Berufsschule ausgelagert. Bereits jetzt zeichnet sich für die nächsten Jahre "ein beträchtlicher zusätzlicher Raumbedarf" ab. Es wird in Aichach im Schnitt mit fünf bis sechs Eingangsklassen gerechnet. Vier bis sechs Pavillons sollen hier erst einmal Abhilfe schaffen.
Anmietung fand bei allen Parteien Zustimmung
Das Anmieten der Pavillons fand im Ausschuss Zustimmung bei allen Parteien. Helmut Tränkl (CSU) forderte allerdings, dass die Provisorien "nicht so ausschauen wie die in Neusäß". Die Lösungen an der Aichacher Hauptschule oder dem Rudolf-Diesel-Gymnasium würden ihm viel besser gefallen. Eva Ziegler (Unabhängige) sieht in der ganzen Debatte eine "Chance für kleine bedrohte Hauptschulen". Das Ziel muss ihrer Meinung nach lauten: Dezentralisierung.
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