Regional erzeugte Produkte standen beim Agrardialog im Mittelpunkt. Mit der Veranstaltung sollten die Zuhörer für die Bedeutung heimischer Erzeugnisse sensibilisiert werden. Von Franziska von Plocki


Gastredner Dr. Hans-Peter Senger gab Auskunft über das Netzwerk "Unser Land". Mit dem Titel "Zukunftsperspektiven - Der Landwirt in einer regionalen Wertschöpfungskette", wollte der Sprecher der Solidargemeinschaft Augsburg-Land den Zuhörern Perspektiven aufzeigen. "Wir wollen es nicht bei einem Strohfeuer belassen, sondern einen Dauerbrenner daraus machen", sagte der Referent im Hinblick auf die Wertschätzung lokaler Erzeugnisse. Er verdeutlichte, dass der Erfolg der Landwirtschaft nicht nur von den Bauern selbst abhängt, sondern vor allem von den Käufern. Der Sprecher betonte mehrfach, dass Lebensmittel "die Mittel zum Leben sind" und diese müssten dem Verbraucher etwas wert sein. Davon verspricht er sich steigende Nachfrage und Wertschöpfung.
Doch nicht nur Öffentlichkeits- und Aufklärungsarbeit sind die Aufgaben der Solidaritätsgemeinschaft. Es werden auch neue Produkte entwickelt und die Logistik organisiert. Die landwirtschaftlichen Unternehmen selbst liefern die Erzeugnisse an die Verkaufsstellen und Verarbeitungsbetriebe. Das Bestellwesen übernehmen die Bäuerinnen.
Zu den Hauptzielen gehört außerdem die Erfüllung strenger Richtlinien. Laut Senger gibt es insgesamt 185 Erzeuger innerhalb der Solidargemeinschaft und zwölf Verarbeitungsbetriebe. Ein großes Problem sei es noch, Metzgereien mit an Bord zu holen. Für sie sei die regionale Fütterung und Fleischproduktion zu teuer. "Deshalb ist es wichtig, dass der Verbraucher den Wert eines regional erzeugten Produktes erkennt und auch bereit ist, dafür zu bezahlen", sagte Senger.
Fütterung wird so gut wie gar nicht hinterfragt
Aus praktischer Erfahrung berichtete im Anschluss Josef Asam, Landwirt aus Kissing. Er selbst produziert für "Unser Land" und zwar Futtermittel aus Soja. Denn nur wenn die Tiere heimisch angebaute Futtermittel bekommen, kann zu 100 Prozent regional produziert werden. Dies würde oft vom Käufer vernachlässigt, so der Landwirt. Bei seinem Vortrag machte Asam deutlich, dass Sojaanbau in der Region keine Schwierigkeiten bereite und die Möglichkeit besteht, die Versorgung auszubauen. Der Trend gehe seiner Meinung nach immer mehr in Richtung Anbau für den Eigenbedarf der Landwirte. "Doch die momentane Realität ist, das der Verbraucher die Fütterung kaum hinterfragt - denn BSE ist weit weg", sagte der Landwirt.
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