Mit einem nackten Hintern will die Stadt Friedberg nicht für ihre Veranstaltungsreihe "Stadt.Geschichte.Zukunft" werben. Von Andreas Schmidt



Noch bevor das offizielle Plakat für die Veranstaltungsreihe "Stadt.Geschichte.Zukunft" überhaupt in Friedberg hängt, hat es inoffizielle Konkurrenz bekommen. Und die zeigt nur halbwegs bedeckte Tatsachen. "Unangemessen" fand der städtische Kulturabteilungsleiter Frank Büschel diesen Entwurf, der zwei schrille Männer in Fischnetz-Bodys vor einem alten Friedberger Familienbild zeigt. "Ein so tolles Motiv gibt man so schnell nicht auf", meint hingegen Ausstellungs-Kuratorin Carla Brobst über ihren Plakat-Favoriten. Zumindest als inoffizielles Plakat wirbt es in zwei Friedberger Cafés in der Jungbräustraße weiter für die Ausstellung. Offiziell wird hingegen eine alte Stadtansicht mit einem modernen Rennradler auf die gesamte Veranstaltungsreihe "Stadt.Geschichte.Zukunft" hinweisen.
Dass es nicht leicht werden würde, ein Plakat mit Po durchzubringen, war der 19-jährigen Mediengestalterin Carla Brobst klar. Sie hat im Auftrag der Stadt Friedberg als Kuratorin die Foto-Ausstellung (Eröffnung am Freitag, 18. Mai, um 19 Uhr) zur Veranstaltungsreihe "Stadt.Geschichte.Zukunft" vorbereitet.
Bei der Stadt Friedberg hat sich Carla Brobst mit ihrem ursprünglichen Plakat-Entwurf eine Absage eingefangen. Kulturabteilungsleiter Büschel begründet dies damit, dass das Motiv nicht angemessen sei gegenüber der Familie der alten Friedberger, die auf dem Plakatvorschlag mit auftauchen. Bei der Stadt hat man sich für ein Friedberger Berg-Motiv entschieden. Auch deshalb, weil das Plakat nicht nur für die Foto-Ausstellung, sondern für die gesamte Veranstaltungsreihe werben soll, so Büschel.
Auch ein Kompromissvorschlag mit abgeklebtem Hintern (mit der Aufschrift "Eintritt frei") stieß auf keine Gegenliebe. Carla Brobst geht davon aus, dass das Motiv zu frech gewesen sei, als dass die Stadt Friedberg hätte dahinter stehen können.
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