Auch dieses Jahr hat die Königlich-Bayerische Josefspartei (KBJP) wieder dafür gesorgt, dass Josefi nicht in Vergessenheit gerät. Der Brauchtumsverein lud nach Zillenberg, um den heiligen Josef gebührend zu feiern und auf das Leben und Werk des Namenspatrons hinzuweisen. Es gab einen besonderen Festredner. Von Markus Peters

Ried/Zillenberg. Auch dieses Jahr hat die Königlich-Bayerische Josefspartei (KBJP) wieder dafür gesorgt, dass Josefi nicht in Vergessenheit gerät. Der Brauchtumsverein lud nach Zillenberg, um den heiligen Josef gebührend zu feiern und auf das Leben und Werk des Namenspatrons hinzuweisen. Heuer durften die Josefs und Josefas den ehemaligen Staatsminister Thomas "Josef" Goppel als Festredner begrüßen. Dabei hatte 1968 dessen Vater Alfons die Abschaffung zu verantworten. Indirekt hatte der ehemalige bayerische Ministerpräsident damit aber auch den Grundstein für die Josefspartei gelegt. Seit Gründung der KBJP 1985 lautet das oberste und eigentlich einzige Ziel: "An Josefi soll die Arbeit ruhen!"
Rund 6500 Mitglieder aus aller Welt haben sich dem verschrieben, unabhängig von Stand und Herkunft. Und es werden ständig mehr. Der Josef als fleißiger und bescheidener Mann dient ihnen als integrierende Figur. Nach Zillenberg war sogar der Vorsitzende der niedersächsischen Seppen angereist, seine Kollegen aus Australien und Südkorea hingegen fehlten.
Auch junge Seppl und Josephinen sind rar. "Die Jungen haben andere Sachen im Kopf, erst im Älterwerden erkennen sie den Wert der Traditionen", sagt Josef Wumser, seines Zeichens Verantwortlicher für die Seppen von Mering, Kissing und Umgebung. Fast könnte man meinen, dass es einen versteckten Paragrafen in der Satzung geben muss, der ein Mindestalter von 40 oder gar 50 Jahren vorschreibt. Und tatsächlich gibt es eine Eintrittshürde für Jüngere - auch wenn sie nicht besonders groß ist: Die Mitgliedschaft in der Josefspartei kostet zwar nur den symbolischen Euro pro Jahr. Neue Mitglieder allerdings sollen schon mal über ihre Lebenserwartung nachdenken und die gesamte Summe berappen, die im restlichen Leben noch anfallen könnte.
Und so kamen wieder fast nur Veteranen nach Zillenberg, die Josefi noch als Feiertag kennengelernt haben. Sie tragen blau-weiß karierte Krawatten, Orden mit dem Bildnis des Gründervaters und Parteivorsitzenden Otto Josef Steuerl und - falls nötig - den Namenszusatz Josef, Josefa oder Josephine.
Ob die Seppen - wie von ihnen erhofft - ihren Namenspatron in Zukunft wieder an einem regulären Feiertag begießen können, ist aber mehr als fraglich. Thomas Goppel betonte, dass er zwar das Ziel der Josefspartei unterstütze, aber nur wenn der zusätzliche Feiertag auch wirklich dem eigentlichen Zweck dient. Die Leute sollen in die Kirche gehen und sich Gedanken über die Werte machen, für die der heilige Josef als Schutzpatron der Handwerker und der Familien steht. "Wenn es nur um Jux und Dollerei und die Einführung eines zusätzlichen Urlaubstages geht, dann bin ich dagegen!", sagte Goppel vor der Standarte der renitenten Seppen.
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