Meringer Bürger kritisieren bei der jüngsten Sitzung des Arbeitskreises die Innenortsplanung, sie gehe zulasten der umliegenden Wohngebiete. Gegenverkehr in der Bouttevillestraße soll die Belastung der Kirchstraße verringern Von Eva Weizenegger

Dass der Ringverkehr in Mering nicht das „Gelbe vom Ei“ ist, darüber waren sich gestern die Teilnehmer der Arbeitskreissitzung zum Feldversuch mit Bürgermeister Hans-Dieter Kandler einig. Das war aber schon die einzige Übereinstimmung, die am Mittwochabend erzielt worden war.
Um wenigstens Klarheit bei den Begrifflichkeiten der Verkehrsberuhigung zu erzielen, hatte Bürgermeister Kandler die Verkehrsplanerin Gundula Kern mit an den Diskussionstisch eingeladen. Sie stellte, wie schon am Montagabend bei der Klausurtagung der Gemeinderäte, sechs Möglichkeiten der Verkehrsberuhigung vor. In Übereinstimmung mit dem Verkehrssachbearbeiter der Polizeiinspektion Friedberg, Ulrich Pach, kam sie zu der Empfehlung, dass der sogenannte verkehrsberuhigte Geschäftsbereich die am besten umsetzbare Lösung für Mering sei. Bevor es in die Diskussion ging, stellte der Burgauer Planer Peter Weigelt drei Varianten für den verkehrsberuhigten Bereich vor. Zeit für die Arbeit in Kleingruppen gab es am Mittwochabend nicht. Stattdessen machten die Teilnehmer ihrem Ärger über Schwachstellen des bisherigen Feldversuchs Luft. Vor allem die Anwohner der Kirchstraße klagten über mehr Verkehr, weniger Parkplätze und massive Beeinträchtigungen für die Anwohner.
Auch die Anlieger der Bouttevillestraße meldeten sich zu Wort: „Wir werden immer vergessen, dabei rollt bei uns nun wesentlich mehr Bus- und Pkw-Verkehr vorbei.“ Ein weiterer neuralgischer Punkt ist die Einmündung Augsburger Straße/Jägerberg.
Für die Gewerbetreibenden sprach Eugen Beck. Er legte eine Liste mit mehr als 350 Unterschriften vor, die in den letzten Tagen gesammelt worden waren: „Alle sprechen sich für den Ringverkehr aus.“ Wer die Parkplätze wegnehme, der sorge für den Tod der Geschäfte im Innenort, mahnte er deutlich.
Zu einem politischen Schlagabtausch kam es zwischen dem CSU-Ortsvorsitzenden Florian Mayer und Bürgermeister Kandler. Mayer betonte, dass die vom Arbeitskreis gesetzten Ziele im Feldversuch nicht umgesetzt worden waren. Er erklärte ihn für gescheitert. Marita Rach-Wiegel forderte mehr Treffen des Arbeitskreises ein: „Die letzte Sitzung liegt viel zu lange zurück.“ Bürgermeister Kandler zeigte sich bereit, diesen Vorschlag aufzunehmen, er gab den Teilnehmern als „Hausaufgabe“ mit auf den Weg, sich darüber Gedanken zu machen, wie der verkehrsberuhigte Bereich umgesetzt werden könnte und ob man nicht in der Bouttevillestraße Gegenverkehr wieder zulassen will.
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