Satt und voll ist der Klang, mit dem das Orchester der Musikfreunde Mering inzwischen aufspielt. Den hat es vor 60 Jahren bei seiner Gründung sicherlich noch nicht gehabt. Aus dem damaligen Ensemble ist inzwischen ein stattliches Orchester geworden.Von Maria Driever

Mering. Satt und voll ist der Klang, mit dem das Orchester der Musikfreunde Mering inzwischen aufspielt. Den hat es vor 60 Jahren bei seiner Gründung sicherlich noch nicht gehabt. Aus dem damaligen Ensemble ist inzwischen ein stattliches Orchester geworden: 40 Musiker - die Gastbläser mitgerechnet - boten am Samstagabend beim Frühjahrskonzert unter der Leitung von Wolfgang Raab ein buntes Programm. Es war gleichzeitig das Jubiläumskonzert zum 60-jährigen Bestehen.
In der ersten Hälfte des Programms ließ das Orchester zwei Solisten den Vortritt. Bei einer Suite aus drei Stücken von Johann Sebastian Bach, kam Herbert Michl, Querflöte, überzeugend ins Spiel. Beim Konzert für Cello und Orchester B-Dur, das trotz allerlei Bearbeitung seinen ursprünglichen Komponisten Luigi Boccherini bekannt gemacht hat, faszinierte Boris Khodos als Solist. Wer solche Werke hört, versteht, warum das Cello in den letzten Jahren als Instrument geradezu Karriere gemacht hat. Gespannt lauschte das Publikum den Solo-Passagen, gelungen war das Zusammenspiel mit dem Orchester und feinfühlig die kleine Zugabe.
Mit viel Spaß bei der Sache
In der zweiten Hälfte des Programms rückte das Streich-Orchester dann zu Recht selbst ganz in den Mittelpunkt, unterstützt von Holzbläsern, Blechbläsern und Pauke. Zur guten Tradition gehört beim Frühjahrskonzert eine Sinfonie von Haydn. Da Haydn 107 davon geschrieben hat, kann sich diese Tradition noch eine Weile halten. "Die Uhr" wird die Sinfonie Nr. 101 D-Dur genannt, die diesmal gespielt wurde. Das Uhrwerk ist geradezu herauszuhören. Zu hören war auch, dass diese Musik dem Orchester selbst viel Spaß macht. Nicht weniger Herzblut und Probenarbeit steckten Dirigent Wolfgang Raab und seine Musiker in zwei "Zwischenaktmusiken" zu "Rosamunde" von Franz Schubert.
Christine Moretti und Gerhard Geyer führten durch das Programm und erzählten, dass das Orchester Ende der 80er nur überlebt hatte, weil der damals einzige Cellist als Dirigent einsprang. Mittlerweile spielen fünf Cellisten mit und auch bei den Violinen kommen immer wieder neue Leute hinzu. Zur Kontinuität von Beginn an trug Lorenz Gebel bei, der seit 60 Jahren mit der Bratsche bei den Musikfreunden aktiv ist.
Viele Zuhörer werden dem Orchester zum Jubiläum 60 weitere Jahre mit gutem Zusammenhalt und Zusammenspiel gewünscht haben. Von Maria Driever
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