Pfarrer Johannes Schaufler kehrt Mering nach 14 Jahren den Rücken. Mit dem Weggang des beliebten Pfarrers kommt ein reger personeller Wechsel auf die katholische Pfarrei zu. Auch die Haushälterin, die Gemeindereferentin und der Mesner verabschieden sich. Von Heike John
"Mit den Meringern kann man gut leben", so lautet sein Resümee über die Zeit in der Marktgemeinde. Gerade in der letzten Zeit habe es viel soziales Engagement gegeben, angefangen von der Tafel bis zum kürzlich gegründeten Bürgernetzwerk. "Damit kann ich meinem Nachfolger Vieles übergeben", freut sich Schaufler. Wer die Pfarrei übernehmen wird, soll in Kürze amtlich bekannt gegeben werden.
Mit Johannes Schaufler verlässt auch Schwester Verena Bürki die Gemeinde. Auch in Zukunft wird sie wie seit 20 Jahren, also schon im früheren Wirkungskreis im Allgäu, Schauflers Haushalt führen. Damit war aber längst nicht genug. Die gebürtige Schweizerin, die den "Anbeterinnen des Blutes Christi" mit Sitz im Kloster Schaan in Liechtenstein angehört, übernahm viele organisatorische Arbeiten im Hintergrund und brachte sich im Stillen seelsorgerisch ein. Rund 800 Geburtstagsjubilare besuchte sie jedes Jahr. Viele Meringer wurden auch auf sie aufmerksam, wenn sie mit ihren beiden Ziegen durch den Ort marschierte.
Der Wechsel dieses eingespielten Teams gab auch Jutta Koller den letzten Anstoß, sich ebenfalls noch einmal auf eine andere Einsatzstelle zu bewerben. Seit 22 Jahren ist die 47-jährige Gemeindereferentin nun in St. Michael. Vor Pfarrer Schauflers Ära arbeitete sie bereits acht Jahre mit dem erst kürzlich verstorbenen Pfarrer Kurt Engelhardt zusammen. "Es ist doch recht schwierig, sich für wiederkehrende Feste und Ereignisse immer wieder etwas Neues einfallen zu lassen", sagt sie. Jahrelang war die Jugendarbeit Jutta Kollers Schwerpunkt. Auch Kommunion- und Firmvorbereitungen liefen unter ihrer Verantwortung, in der Grund- und Hauptschule gibt sie Religionsunterricht.
Und damit noch nicht genug des Wechsels. Denn ganz regulär geht Mesner Leonhard Abold zum Oktober in Rente. 19 Jahre stellte der 64-Jährige seine Arbeitskraft in den Dienst der Kirche, immer unterstützt von seiner Frau Johanna. "Ohne sie hätte ich das alles nicht geschafft, denn die Arbeit geht weit über die 40-Stunden-Woche hinaus". Auch wenn kein Sonntag oder Feiertag frei waren, schätzte er das selbstständige Arbeiten und konnte immer auf Unterstützung aus der Gemeinde zählen. Drei Heimatprimizen innerhalb von fünf Jahren gehörten zu den Höhepunkten seiner Zeit als Mesner. Derzeit nimmt ihn vor allem die Generalsanierung der Sakristei in Anspruch. Ein Nachfolger wird noch gesucht.
Auch im Pfarrgemeinderat gab es eine große Veränderung. Nur drei der zwölf bisherigen Mitglieder traten wieder zur Wahl an, um jüngeren Bewerbern mit neuen Ideen Platz zu machen. "Wir Alten haben eh schon unsere festen Engagements", gab Michael Lidl Auskunft.
Die Veränderung machte selbst im Pfarrsekretariat nicht Halt. Dort kümmern sich nun drei neu eingestellte Damen in Teilzeit darum, dass der Betrieb läuft. Zurück bleiben Kaplan Guido Beck und der pastorale Mitarbeiter Frater Dominik. Letzterer beendet im Dezember sein Ausbildungsjahr in Mering. "Als ich hierherkam, habe ich sofort gespürt, wie gut alle aufeinander eingespielt sind", erinnert er sich. "Doch ich finde es spannend, wenn Bewegung hineinkommt." Auch der Kaplan ist erst seit gut einem halben Jahr in Mering.
Von den Veränderungsplänen des Pfarrers wusste er - aber nicht, wie schnell alles gehen könnte. "Es ist schon seltsam, wenn man als Neuling plötzlich die einzige Konstante in der Pfarrei ist", sinniert Beck.
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