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29. Mai 2009 04:46 Uhr

Top-Stars der Paralympics in Friedberg am Start

Seit Mittwoch läuft sie also, die Bayern-Rundfahrt, das größte und am besten besetzte Etappenrennen Deutschlands. Und langsam steigt auch in der Herzogstadt Friedberg die Spannung, steht doch hier am Samstag das wohl für den Gesamtsieg vorentscheidende Einzelzeitfahren an.

Doch ehe die Cracks wie Linus Gerdemann und Gerald Ciolek (Team Milram), Bert Grabsch und Etappensieger Andre Greipel (Columbia High-Road), Christophe Moreau (Agritubel) in die Pedale treten und versuchen, die 26 hügeligen Kilometer rund um Friedberg möglichst schnell zu absolvieren, wartet auf die Friedberger Zuschauer noch ein weiteres Highlight in Sachen Radsport. Nach den acht "Local Heroes" (Start: 12.15 Uhr) nehmen zehn behinderte Sportler das Rennen auf - und zwar zehn Topstars des Behindertensports.

So viele hochkarätige Behinderten-Sportler dürfte man selten an einem Ort zu Gesicht bekommen. "Uns ist es ein Bedürfnis, diese hervorragenden Sportler und ihre herausragenden Leistungen einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren", meinte Tilman Rieger bei einer Pressekonferenz vor dem Start der Tour. "Diese Aktion mit diesen Behinderten-Sportlern liegt uns sehr am Herzen", so Rieger weiter. Und wenn man sich die Zeiten anschaut, die diese Akteure fahren, dann kann man erst ermessen, welche grandiose Leistung sich dahinter verbirgt. "Ich denke, dass diese Topstars des Behinderten-Sports nur zwei bis drei Minuten langsamer sein werden als die besten Profis", führte Rieger weiter aus.

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Als Erste fährt Natalie Simanowsky aus Deutschland über die Rampe. Sie ist fünffache Bahnweltmeisterin und Silbermedaillen-Gewinnerin von Peking.

Erich Winkler ist Bronzemedaillen-Gewinner von Athen, Kurt Lallinger bayerischer Vizemeister im Zeitfahren 2007. Aus Österreich kommt Tobias Graf, der zweifache Weltmeister auf Straße und Bahn, der bei den Paralympics in Athen Silber und Bronze holte und in Peking Dritter in der Einerverfolgung wurde.

Elffacher Weltmeister dabei

Der Star schlechthin unter den Behinderten-Sportlern ist Michael Teuber, der ja quasi als Lokalmatador antritt. Teuber ist elffacher Weltmeister auf der Straße, dreifacher Paralympics-Sieger (zwei Goldmedaillen in Athen 2004, eine in Peking 2008) und er war in Peking auch noch Zweiter in der Einerverfolgung.

Nach Teuber startet Tino Käßner, der bayerische Meister im Zeitfahren 2007 und WM-Teilnehmer 2007. Nach ihm nimmt Günther Brechtel das Rennen auf. Brechtel wurde Weltmeister im Teamsprint 2006 und Weltmeisterschaftsdritter in der Verfolgung. Ihm folgt Christoph Leiter, der deutsche Vizemeister auf der Straße 2008. Anschließend geht Klaus Lungerhausen, der Zeitfahrweltmeister von 2007 auf die Strecke. Lungerhausen war in Sydney 2000 Zweiter bei den Paralympics.

Den Abschluss dieser bemerkenswerten Gruppe bildet ein ebenso bemerkenswerter Fahrer: Wolfgang Sacher. Der zweimalige Vizeweltmeister brachte von den Spielen in Peking 2008 einen "kompletten Medaillen-Satz" nach Hause. Er holte Gold im Einzelzeitfahren, Silber in der Einerverfolgung und Bronze über die 1000 Meter.

Die beiden Streckensprecher an den Zwischenzeitstellen in Rinnenthal und Ottmaring werden jedenfalls über jeden dieser Fahrer einiges zu berichten haben.

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