Auf großes Interesse stieß die Veranstaltung des Krankenhauses Friedberg im Rahmen des ersten deutschen Crohn- und Colitistages. Weit über 100 Besucher interessierten sich für die Vortragsveranstaltung über chronisch entzündliche Darmerkrankungen.

Dr. Albert Bauer, leitender Oberarzt der Inneren Abteilung des Krankenhauses Friedberg, erläuterte in seinem einleitenden Vortrag, dass zwei Formen der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen existieren, nämlich die Colitis ulcerosa und der Morbus Crohn. Beide Formen zeigen teils ähnliche Symptome, vor allem in Schüben auftretende, teils blutige Durchfälle und Bauchschmerzen. Es gibt aber auch wichtige Unterschiede, vor allem die Ausbreitung im Darmtrakt, wobei der Morbus Crohn den gesamten Verdauungstrakt befallen kann, während die Colitis ulcerosa auf den Dickdarm beschränkt ist. Neben einer angeborenen Veranlagung müssen zusätzlich innere und äußere Faktoren hinzukommen, damit die Krankheit ausbricht.
Dr. Wolfram Finck von Finckenstein, niedergelassener Gastroentereloge aus Augsburg, sprach über die medikamentöse Behandlung der Erkrankung. Im akuten Schub ist häufig eine vorübergehende Cortisontherapie nötig, als Dauerbehandlung wird auf die Gruppe der Aminosalicylate oder Immunsuppressiva umgestellt. Für schwere Fälle wurden in den letzten Jahren moderne Therapien mit speziellen Antikörpern entwickelt. Wichtig sei eine ausreichend lange, ausreichend hoch dosierte Behandlung. Dabei werde häufig von den Patienten und leider auch teils von behandelnden Ärzten der Fehler gemacht, die Behandlung zu früh zu beenden, so von Finckenstein.
Dr. Fritz Lindemann, Chefarzt der chirurgischen Abteilung am Krankenhaus Friedberg, berichtete, dass in seltenen Fällen auch operative Behandlungen erforderlich sind. Dies betrifft vor allem schwere Verläufe und die beim Morbus Crohn häufig auftretenden Fisteln. Dies sind durch die Erkrankung ausgelöste, krankhafte, vom Darm ausgehende Verbindungsgänge, die in anderen Darmabschnitten, in der Haut oder anderen inneren Organen enden können. Durch Operationen behoben werden können unter anderem auch die durch die Darmentzündungen gelegentlich entstehenden Verengungen (Stenosen), bei denen sonst ein Darmverschluss droht.
Ingrid Swoboda, die Vorsitzende der Selbsthilfegruppe Croco Augsburg, beendete mit einem sehr persönlichen Beitrag die Vortragsreihe. Sie stellte ihre eigene Krankengeschichte und die vielfältigen Aktivitäten der Gruppe vor.
Im Anschluss nutzten die Zuhörer die Gelegenheit, ihre Fragen mit den Referenten zu besprechen.
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