Kühbach-Haslangkreit Sie haben den Wald gerodet, das sumpfige Gelände trocken gelegt und eine Burg errichtet. Viel mehr ist nicht bekannt von der ursprünglichen Festung, die um 1300 erstmals urkundlich erwähnt wird. Die ehemalige Burganlage namens "Gereut" hatte der Herzog als Lehn an Berchthold von Schneitbach gegeben. Der Ort selber taucht als "Cruti" um 1000 erstmals in den Annalen auf, was auf eine Rodung hindeutet. Es waren die Freiherren und späteren Grafen von Haslang, die für den heutigen Ortsnamen Haslangkreit (Ortsteil Markt Kühbach) Pate standen. Sie wirkten im Dienst des Kurfürsten, waren für die Ortsgerichtsbarkeit zuständig und prägten über 500 Jahre das Leben am Lauf der Paar.



VON KLAUS F. LINSCHEID
Die einstmals von zwei Wassergräben eingefasste Burganlage wurde vermutlich im 16. Jahrhundert zu einer repräsentativen Vierflügel-Anlage ausgebaut. Eine Federzeichnung (1560) zeigt ein wehrhaftes Fort mit Torgebäude und Brücke sowie spitzen Giebeln. Sicher ging auch an Haslangkreit der Dreißigjährige Krieg nicht spurlos vorüber. Die Haslanger nahmen dies zum Anlass, das Schloss zeitgemäß, in barockem Stil, mit Schweifgiebeln und Zwiebelturm umzubauen. Auch die Schlosskapelle wurde barock ausgestattet. Michael Wening, dem wir viele Darstellungen von Schlössern im 18. Jahrhundert verdanken, zeigt das Schloss um 1700 als sehr heterogene Anlage, die auf zahlreiche Um- und Anbauten hindeutet.
Das heute noch existierende dreigeschossige südöstliche Eckgebäude war damals noch weitgehend frei stehend und durch den Kirchturm vom nördlichen Querriegel getrennt. Erst später wurde der Turm in das bauliche Gefüge integriert. Der Zugang zu dem auf einer Insel liegenden Schloss erfolgte über eine Brücke und ein Torgebäude. Sowohl das Tor als auch der schlicht anmutende, westlich davon gelegene zinnenbewehrte Verteidigungsturm wurden 1848 abgerissen. Von den vier Ökonomiegebäuden südlich des Schlosses, in denen ab 1560 auch eine Brauerei untergebracht war, ist nur noch die westlich gelegene Scheune erhalten. Der Wassergraben ist bis auf einen kleinen Weiher und einen Teich zugeschüttet.
Der heutige Zustand des Schlosses entspricht im Wesentlichen diesem barocken Umbau von etwa 1680. Anstelle des Torgebäudes, das vermutlich über ein repräsentatives Stiegenhaus verfügte, wurde zur Erschließung ein neues Treppenhaus in den östlichen Seitenflügel integriert. Die Rundbögen im Innenhof erhielten ihre Verglasung erst in jüngster Zeit. Noch bis zum Zweiten Weltkrieg muss es mehrere große Kachelöfen im Schloss gegeben haben, die jedoch bei Kriegsende entfernt wurden. Wie in vielen Schlössern waren auch hier über lange Jahre Flüchtlinge untergebracht.
Während sich das Schloss in Privatbesitz befindet und nicht zugänglich ist, finden in der Schlosskapelle noch regelmäßig Gottesdienste statt. Sie ist dem heiligen Georg gewidmet, dem Schutzpatron der Ritter. Ihre barocke Umgestaltung erfolgte ab 1676 und hat sich bis heute erhalten. Rechts und links schmücken die Heiligenfiguren von Franziskus Xaverius und Johannes von Nepomuk den Altar. Eine Empore im rückwärtigen Teil der kleinen Kapelle ist lediglich vom Schloss aus zugänglich. Hier konnten die Schlossherren den Gottesdienst verfolgen, ohne sich unter das Volk mischen zu müssen.
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