Mittwoch, 22. November 2017

04. November 2017 16:00 Uhr

Hobby

Wie ein Fisch im Wasser

Hardy Zielauf aus Kissing taucht gern in eine faszinierende Welt ein – heuer mit ungewöhnlichen Begleitern. Von Peter Stöbich

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Im Wasser fühlt sich Hardy Zielauf wohl.
Foto: Zielauf

Beruflich ist Hardy Zielauf in ganz Deutschland als Monteur für Absturzsicherungen unterwegs, in seiner Freizeit als Taucher rund um den Globus. Dabei erforscht der 49-Jährige aus Kissing die faszinierende Welt unter Wasser. „Mit diesem Sport hat mich mein Vater schon als Bub vertraut gemacht“, erzählt er; später wurde er Mitglied der Wasserwacht und heiratete seine Frau Birgit, eine ausgebildete Tauchlehrerin.

Auf den Malediven, Philippinen und an vielen anderen Orten hatte das Paar unvergessliche Erlebnisse wie die Begegnung mit verspielten Delfinen im Roten Meer oder mit Walhaien, die als größte Fische bis zu 17 Meter lang werden können. Eine ganz neue Erfahrung machte Zielauf dieses Jahr, als er in Ägypten sein Hobby zwei Wochen lang mit körperbehinderten Menschen teilte. Mit einer Schweizer Organisation flog er nach Hurghada – ein aufwendiges Unternehmen, denn die Rollstühle und ihre Fahrer sowie die Tauchausrüstungen mußten mit einem Spezialtransport ins Flugzeug gehievt werden.

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Am Roten Meer wurden die Teilnehmer auf einem speziell ausgerüsteten Boot für den Tauchgang angezogen und dann mit jeweils zwei Begleittauchern ins Wasser gebracht. „Für die gelähmten Menschen war es eine unglaubliche Erfahrung, einmal das Gefühl der Schwerelosigkeit zu erleben“, schildert der Kissinger. Was ihm nach rund 1200 Tauchgängen normal erscheint, war für die Behinderten wie ein kleines Wunder: Farben, Fische, Korallen und die ganze fremde Welt unter Wasser. Zielauf: „Bei den leuchtenden Augen voller Lebensfreude habe auch ich Gänsehaut bekommen; das war für uns alle eine sehr emotionale und prägende Erfahrung!“ Die möchte er im kommenden Jahr gern wiederholen und mit der ehrenamtlich organisierten Vereinigung zur Förderung des Tauchens für behinderte Menschen erneut ans Meer fahren.

Der Verein HSA (Handicapped Scuba Association) fokussiert sich auf das Tauchen mit Para-/Tetraplegikern, Blinden oder Gehörlosen. 1993 prägte ein Taucherlebnis mit einer blinden Taucherin in Zentralamerika Markus Gneupel derart, dass er sich in Kalifornien zum Behinderten-Tauchlehrer ausbilden ließ.

Seine Vision war es, den Sport allen Personen zugänglich zu machen, ob mit oder ohne Handicap. Da das Behinderten-Tauchen auf reges Interesse stieß und sowohl der personelle als auch der finanzielle Aufwand stiegen, bildete Gneupel in seinem Kollegenkreis weitere Personen für das HSA-Tauchen aus. Dies gab schließlich 1998 den Anstoß, den Tauchverein „Divecasino“ zu gründen.

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