Sonntag, 24. September 2017

11. März 2009 18:15 Uhr

Am Aschermittwoch war alles vorbei

Der Abschied am Faschingsdienstag hatte etwas Herzzerreißendes: Die Mädchen und Buben der Kindergarde des ORCC hatten jeder ein Schiffchen gebastelt, auf dessen Segel ein Bild und ein Wunsch für Stefanie Brackmann geklebt war - und jedes Kind überreichte sein Schiffchen persönlich. "Das ging mir schon sehr nahe, da gab's auch einige Tränen", gab die 34-Jährige zu. An diesem Abend endete Stefanie Brackmanns Tätigkeit als Trainerin und Leiterin der Garde des ORCC endgültig - angekündigt hatte sie ihren Abschied schon ein Jahr zuvor, am Aschermittwoch 2008. "Ich habe 2006 mein Tanzstudio eröffnet und schon damals gesagt, dass ich wohl zwei Jahre brauchen würde, bis das läuft. Und wenn es dann läuft, dann wird keine Zeit mehr bleiben, die intensive Arbeit beim ORCC fortzusetzen", erklärte Brackmann. Und so war dann 2008 die letzte Faschings-Saison, die unter dem Motto "Viva Las Vegas" stand.

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2003 hatte Brackmann - die 2000 schon Faschingsprinzessin in Neusäß war - die Arbeit beim ORCC aufgenommen, nachdem sie von ihrer Bekannten Simone Mitlehner angesprochen worden war. "Am Anfang gab's auch einige Reibereien, vielleicht war ich in meinen Vorstellungen etwas zu forsch - doch das war bald ausgeräumt und es folgten wirklich tolle Jahre", erinnert sich die begeisterte Tänzerin. Die Arbeit war intensiv: Schließlich musste jedes Jahr ein Motto gefunden werden, die Kostüme geschneidert, die Musik zusammengestellt und schließlich auch die Garden sowie die Prinzenpaare trainiert werden. "Unabhängig vom Training habe ich in der letzten Saison 172 Stunden investiert - und dann kamen noch jeweils zwei Stunden Übung mit der Erwachsenengarde, drei Stunden mit den Kleinen und jeweils eine Stunde Training pro Woche mit den Prinzenpaaren hinzu", listet Brackmann auf. Auf Dauer war diese Belastung zusätzlich zum eigenen Tanzstudio nicht mehr zu schultern.

Tanzen - das ist das Leben der Friedbergerin, die ihre ersten sportlichen Schritte beim TSV Friedberg machte und zwar beim Ballett und der Rhythmischen Sportgymnastik. Zwar war sie in der Sportgymnastik 1987 auch Friedberger Stadtmeisterin, doch schon bald schlug das Pendel endgültig in Richtung Tanzen aus. Die "Initialzündung" war der "übliche Tanzkurs", den Stefanie Brackmann mit 14 Jahren absolvierte. "Dann folgten weitere Kurse bis hin zum Tanzabzeichen Goldstar", erinnert sich die 34-Jährige. 1991 schließlich wechselte sie zum Tanzsportzentrum Augsburg, wo sie mit dem Turniertanz - Standard und Latein" begann. "Ich bin da eigentlich eher zufällig hingekommen", meinte sie lächelnd. Der Anfang war hart: Dreimal die Woche zwei bis drei Stunden Training, als dann die ersten Turniere folgten, wurde täglich geübt. Stefanie Brackmann tanzte sich nach oben: Von der D-Klasse beginnend führte der Weg bis hin zur A-Klasse, der höchsten nationalen Klasse. International geht es noch eine Stufe höher - in die S-Klasse. Diese erreichte sie 1997 - zusammen mit Dragan Gartner, ihrem Tanzpartner, mit dem sie seit 1994 tanzte und auch eine Zeit privat liiert war. Mit Gartner feierte Stefanie Brackmann auch ihre größten sportlichen Erfolge: 1998 wurde das Paar bayerischer Vizemeister und schaffte den Sprung zu den deutschen Meisterschaften, wo es Vierter wurde. Auch bei internationalen Turnieren wie den German Open oder dem Deutschland-Pokal waren die beiden Friedberger am Start.

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Wer die spielerische Leichtigkeit der Tänzer bewundert, kann sich kaum vorstellen, welch körperliche Anstrengung dahintersteckt. "Wer bei Turnieren ins Finale will, mus zwei bis vier Runden à fünf Tänze überstehen - das sind dann so 20 Tänze mit jeweils eineinhalb bis zwei Minuten Dauer. Und der Kraft- und Konzentrationsaufwand pro Tanz entspricht einem 1000-Meter-Lauf - das geht an die Substanz", erläutert Brackmann.

Irgendwann stellte sich aber auch für Stefanie Brackmann die Frage Tanzen oder Beruf. "In der Sonderklasse musst du täglich drei bis vier Stunden trainieren", so Brackmann. Die studierte Innenarchitektin musste sich entscheiden - und entschied sich für den Beruf. Bis 2008 arbeitete sie im Büro ihres Vaters, mittlerweile hat Stefanie Brackmann das Tanzen aber endgültig zu ihrem Beruf gemacht.

"Ich biete in meinem Studio individuelle Termine und flexible Stundenplanung an - aber ich mache auch ganz normale Tanzkurse, von Video-Clip-Dancing bis Gesellschaftstanz", meinte Brackmann. So organisiert sie beispielsweise den Kurs und den Abschlussball für die Realschule. "Ganz klassisch, wie früher - beginnend mit Trennung von Jungs und Mädels, erste Schritte, Etikette, Händchenhalten, richtiges Auffordern und so weiter", erzählt sie schmunzelnd.

Pläne hat die 34-Jährige noch einige - derzeit plant sie mit ihrer Showtanzgruppe eine Show nach dem Motto "Latein trifft Hip-Hop und Video-Clip". Doch bis die im September zur Aufführung kommt, werden noch einige Brautpaare bei Stefanie Brackmann den Hochzeitswalzer lernen. "37 waren es bisher", verrät sie lächelnd.

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Ein Artikel von
Peter Kleist

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