Dienstag, 27. September 2016

01. Januar 2015 18:44 Uhr

Fitness

Erfolgreiche Friedberger Nussschale

Mehrere Fußball-Bundesligisten nutzen inzwischen die von Bernd Thurner entwickelte Slack Nut. Erstaunliche Ergebnisse auch bei den Wulfertshausener Fußballern

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Drei SlackNuts von Bernd Thurner wurden beim SV Wulfertshausen ins Training integriert – mit durchaus erstaunlichen Ergebnissen.
Foto: David Thurner

Eine Friedberger Erfindung erobert die Sportwelt. Etwa eineinhalb Jahre gibt es jetzt die SlackNut, eine knapp einen Meter breite Halbschale aus speziellem Holz, über die vier Slack Lines gespannt sind. Diese „Nussschale“, wie sie ihr Erfinder Bernd Thurner liebevoll nennt, hat inzwischen nicht nur den Fibo-Innovationsaward in Köln gewonnen, sondern auch schon manchen Fußball-Bundesligisten überzeugt. „Borussia Dortmund wird nach der Winterpause durchstarten, denn Marco Reus trainiert jetzt auf unserem Gerät“, scherzt Thurner, der selbst lange Jahre beim FC Stätzling Fußball gespielt hat. Der schwer verletzte Dortmunder Dribbelkünstler ist derzeit in der Reha auch auf der SlackNut. Ziel sei es laut Thurner, die sportwissenschaftlich bekannte erhöhte Verletzungsanfälligkeit von Rekonvaleszenten (fünf- bis neunmal so hoch wie bei Gesunden) zu durchbrechen.

Dass das geht, haben Studien mit norwegischen Handballern ergeben. „Mit sensomotorischem Training, wie es ja auf unserer SlackNut optimal möglich ist, verringerte sich dieses enorm erhöhte Risiko um 49 Prozent“, sagt Thurner. Die Nussschale hat er ja eigentlich nur deswegen erfunden, weil die lange Slack Line, die sich im Therapie- und Trainingszentrum Friedberg (TTZ) von Wand zu Wand spannte, immer im Weg umging. „Nur deshalb bin ich zu meinem Cousin Stefan Thurner gegangen, der gelernter Maschinenbauer ist und habe mir die Schale entwickeln lassen.“ Diese muss ziemlich hohe Kräfte aushalten und ist deshalb aufgebaut wie ein Ski – sechsfach verleimte Holzplatten. Leo Schmid, ein Schreiner aus Ottmaring, stellt die Halbschalen her, die noch dazu eine spezielle Führung für die vier Bänder besitzen, die das Gerät umspannen.

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Thurners Kollege am TTZ, Sven Ringel studiert an der Sporthochschule Köln und fand mit der SlackNut sein ideales Gerät für eine Masterarbeit. Beide sind Richard Bayerle, dem Inhaber des Therapie- und Trainingszentrums ausgesprochen dankbar, dass dieser sie unterstützt bei der Entwicklung des neuen Geräts und der Arbeit damit. Ringel bat die Fußballer des SV Wulfertshausen (Kreisliga), an einer von ihm entworfenen Studie mitzumachen. Ziel eines sensomotorischen Trainings mit der SlackNut war es, die funktionelle Gelenkstabilität und das Gleichgewicht zu verbessern. In der Studie konnte gezeigt werden, dass sich die Balancefähigkeit, die Maximalkraft und die Schnellkraft verbesserten. Bei jeder Übung werden Salven von Nervenimpulsen gefeuert, welche die Ansteuerung der Muskulatur optimieren. Es werden dadurch Muskeln aktiviert, die bei einem herkömmlichen Training und im modernen Alltag vernachlässigt werden. Der hohe und spielerische Aufforderungscharakter mache jedes Workout zu einem Erlebnis, so Thurner.

21 Fußballer wurde dazu willkürlich in zwei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe erhielt ein standardisiertes Training, welches aus drei Übungen bestand auf der SlackNut, die zweite Gruppe erhielt das gleiche Training ohne die Nussschale. Zweimal pro Woche jeweils 15 Minuten wurde so trainiert (Ende Oktober bis November, also bei einem sowieso vorhandenen Trainingszustand). Anschließend wurde wurde mit einer Gleichgewichtsplattform die Balancefähigkeit ermittelt.

Bei der Gruppe mit der SlackNut hatte sich die Standstabilität um 21 Prozent und die Kraft um sieben Prozent verbessert. „Auch die Ergebnisse der Schnellkraft (+6,4%) deuten darauf hin, dass die SlackNut einen Einfluss darauf hat. In der normalen Trainingsgruppe hat sich die Maximalkraft nur minimal verbessert, die Balancefähigkeit und die Schnellkraft haben sich nicht verändert“, so Ringel. „Und das, obwohl sicherlich nicht alle unserer Probanden jedes Training mitgemacht haben“, zeigt sich auch Thurner sehr zufrieden. Man könne den effekt sicherlich noch steigern, indem Zusatzgewichte zur Anwendung kommen. „Kompliment an die Wulfertshausener, dass die mitgemacht haben“, betont Thurner und erzählt, dass die Vorstadt-Fußballer im Frühjahr gleich noch einmal die Geräte wollen. Und auch die Sportfreunde Friedberg haben schon Interesse bekundet.

„Selbst Karlheinz Waibel, früher Ski-Nationaltrainer und jetzt Bundestrainer für Wissenschaft und Technologie, will sich mit mir treffen.“ Thurner, der Erfinder hat inzwischen mithilfe von Freunden ein eigenes Vertriebsnetz aufgebaut, ist aber auch immer wieder zu Vorträgen über sein Trainingsgerät und dessen Vorzüge unterwegs. Und er lässt derzeit eine schmalere Version der „Nut“ mit nur noch zwei Bändern vorbereiten, die jetzt ab Januar für unter 1000 Euro zu bekommen sein wird.

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Ein Artikel von
Anton Schlickenrieder

Friedberger Allgemeine
Ressort: Lokalnachrichten Friedberg


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