Mittwoch, 18. Oktober 2017

25. Februar 2016 11:06 Uhr

Deutsches Bier

Glyphosat in Bier gefunden - Wie gefährlich ist das Pestizid?

Deutsches Bier enthält das Pestizid Glyphosat. Das Umweltinstitut München hat 14 beliebte Biere getestet - und in allen den Unkrautvernichter gefunden. Ist das bedenklich?

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Getrübter Genuss: In Bier wurde das Pestizid Glyphosat gefunden.
Foto: Ralf Lienert (Symbol)

Glyphosat im Bier - das passt kaum zur Vorstellung des deutschen Reinheitsgebots. Doch das Umweltinstitut München hat das meistverkaufte Bier der 14 beliebtesten Marken des Jahres 2015 untersucht - und nach eigenen Angaben in allen das Pestizid gefunden, das in der Landwirtschaft zur Unkrautvernichtung eingesetzt wird.

Das Umweltinstitut München hat die Biere zum 500. Jahrestag des Reinheitsgebots untersucht - und nennt den Fund von Glyphosat alarmierend. Im Extremfall sei die Belastung 300 mal höher als der gesetzliche Grenzwert für Trinkwasser. Die Forscher gehen davon aus, dass neben den 14 getesteten auch noch viele andere Biermarken des Pestizid enthalten.

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Doch wie kommt der Unkrautvernichter überhaupt ins Bier? Das Umweltinstitut geht davon aus, dass zum einen Hopfen Spuren davon enthält. Pestizid wird aber auch beim Weizen eingesetzt, aus dem Malz gewonnen wird.

Als Reaktion auf die Ergebnisse fordert die Biologin Sophia Guttenberger vom Umweltinstitut München, dass Brauereien ihre Zutaten jetzt genau überprüfen. Sie sagt: "Die Hersteller müssen klären, wie Glyphosat in das Bier gelangen konnte und in Zukunft sicherstellen, dass ihre Produkte frei von Pestizidrückständen sind."

Glyphosat in Bier: Wie groß ist die Gefahr durch das Pestizid?

Biologin Sophia Guttenberger sagt über das Glyphosat: "Ein Stoff, der wahrscheinlich krebserregend ist, hat weder im Bier noch in unserem Körper etwas verloren" Glyphosat wird von der Weltgesundheitsorganisation als wahrscheinlich krebserregend eingestuft. Es steht auch im Verdacht, das Hormonsystem zu schädigen.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung gibt allerdings Entwarnung. "Um gesundheitlich bedenkliche Mengen von Glyphosat aufzunehmen, müsste ein Erwachsener an einem Tag rund 1000 Liter Bier trinken", heißt es. Das ist selbst für die Deutschen unmöglich, die statistisch im Jahr mehr als 100 Liter Bier pro Person trinken.

Ein Sprecher des Bundesinstitut für Risikobewertung führt aus: "Natürlich ist Biertrinken ungesund - aber nicht wegen des Glyphosats." Wer keine krebserregenden Stoffe im Bier will, müsse stattdessen den Alkohol weglassen.

Die 14 getesteten Bier-Marken mit Glyphosat-Menge in der Übersicht

Die Forscher geben für jedes Bier den Glyphosat-Gehalt in Mikrogramm pro Liter (µg/l) an. Zum Vergleich: Trinkwasser darf höchstens 0,1 µg/l enthalten.

BierUnternehmenGlyphosat
Augustiner HellesAugustiner Bräu0,46 μg/l
Beck's PilsAnheuser-Busch InBev0,50 μg/l
Bitburger PilsBitburger Braugruppe0,55 μg/l
Erdinger WeißbierErdinger Weißbräu2,92 μg/l
Franziskaner WeißbierAnheuser-Busch InBev0,49 μg/l
Hasseröder PilsAnheuser-Busch InBev29,74 μg/l
Jever PilsRadeberger Gruppe23,04 μg/l
König PilsenerBitburger Braugruppe3,35 μg/l
Krombacher PilsKrombacher Brauerei2,99 μg/l
Oettinger PilsOettinger Brauerei3,86 μg/l
Paulaner WeißbierPaulaner Brauereigruppe0,66 μg/l
Radeberger PilsnerRadeberger Gruppe12,01 μg/l
Veltins PilsenerVeltins5,78 μg/l
Warsteiner PilsWarsteiner Gruppe20,73 μg/l

 

Im März will die EU darüber abstimmen, ob Glyphosat weiter als Unkrautvernichter eingesetzt werden darf. Im Vorfeld wird darüber gestritten, wie gefährlich das Pestizid ist. Weitere Informationen dazu finden Sie hier:

Ist das Pestizid Glyphosat doch krebserregend? 

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Schlagworte

München | Paulaner Brauerei | EU

Ein Artikel von
Sascha Geldermann

Augsburger Allgemeine
Ressort: Online-Redaktion


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