Dienstag, 23. Mai 2017

08. Februar 2017 06:51 Uhr

Erkältung

Hier lauern im Büro die Keime

In der Erkältungszeit greifen viele Menschen im Büro zu Desinfektionsmitteln. Wer die wahren Bakterienschleudern in den Griff bekommen möchte, sollte aber mehr beachten.

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Auf dem Display eines Smartphones finden sich oft mehr Keime als auf einer Toilettenbrille. Kein Wunder, denn „alles, was man oft anfasst, ist mit Keimen besiedelt“, erläutert Dr. Wolfgang Gärtner, Facharzt für Hygiene und Infektiologie vom Deutschen Beratungszentrum für Hygiene in Freiburg. Und Toilettenbrillen fasst man eben nicht allzu oft an.

Ganz anders sieht es aber bei Telefon, Tastatur und Computermaus im Büro aus – sie können wahre Keimschleudern sein. Im Idealfall aber, betont Gärtner, sind es hauptsächlich eigene Keime, die sich dort tummeln. Und die sind für uns selbst nicht schädlich, sondern wichtig.

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Wirklich unhygienisch wird es erst, wenn sich die vielen fremden Keime, die auf dem Weg zur Arbeit eingesammelt wurden, dazugesellen. Und das geht schnell: Wechselgeld beim Bäcker, im Bus festgehalten und den Knopf am Aufzug gedrückt – schon sind lauter fremde Bazillen auf der Haut, die krank machen können.

Keime: Vor der Arbeit im Büro Hände waschen

Experte Gärtner empfiehlt: „Vor der Arbeit erst mal die Hände waschen.“ Wichtig sei, dass die Hände richtig gewaschen werden. Denn um Bakterien von der Haut zu lösen, müssen die Hände kräftig eingeseift und mindestens 20 Sekunden unter fließendem Wasser abgespült werden.

Desinfektionsmittel sind Gärtner zufolge nicht ständig nötig. Wenn, dann sollten sie aber richtig verwendet werden, denn „Desinfektionsmittel wirken auf der Haut nur, wenn die Hände absolut trocken sind“, sagt Gärtner. Was das aus Gesundheitsgründen oft verteufelte Händeschütteln angeht, gibt er auch Entwarnung: Unter gesunden Menschen sei das unproblematisch und gehöre hierzulande zum kulturellen Austausch dazu. „Zur Grippezeit sollte man es trotzdem auf ein Minimum beschränken“, rät der Arzt.

 

Wie lässt sich die Tastatur richtig reinigen?

Um für nachhaltige Hygiene am Schreibtisch zu sorgen, reicht bloßes Händewaschen und -desinfizieren nicht aus: Hauswirtschaftsmeisterin Gertrud Schied, die für die Ortsgruppe Augsburg des Deutschen Hausfrauenbundes arbeitet, rät zur „Sichtreinigung“. Wenn also Tastatur oder Telefon sichtbar mit Krümeln, Staub oder Fettflecken verschmutzt sind, gehören sie gereinigt. „Ein nebelfeuchtes Mikrofasertuch zieht den Staub an“, erklärt die Frau vom Fach. Hartnäckigerer Schmutz könne mit etwas Allzweckreiniger gelöst werden. Desinfektionsmittel sind ihrer Meinung nach zum Putzen nicht notwendig. Auch Facharzt Gärtner betont, dass man zwar alles reinigen, aber niemals wirklich alles desinfizieren könne.

Doch was ist mit den fiesen Krümeln in der Tastatur, die sich weder von Staubtüchern noch durch Ausklopfen beeindrucken lassen? Hier hilft ein sogenannter Lifehack, ein Trick aus dem Internet also: Einfach mit der klebrigen Seite eines Haftnotizzettels durch die Ritzen der Tastatur fahren und Haare, Brösel, Hautschuppen sowie undefinierbaren Staub aufsammeln. Bei so mancher Tastatur ist auch danach einmal Händewaschen sicher nicht verkehrt.

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Freiburg | Augsburg

Ein Artikel von
Orla Finegan

Günter Holland Journalistenschule
Ressort: Volontärin

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