Montag, 26. Juni 2017

13. Mai 2017 09:45 Uhr

Hochzeit 2017

Ringe, Torte, Location: Wie teuer ist eine Hochzeit?

Hochzeiten werden immer prächtiger und aufwendiger gefeiert. Umso wichtiger ist die Planung. Doch was kostet eigentlich wie viel? Hier ein Überblick.

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Es soll der schönste Tag im Leben sein, oft ist es auch der teuerste. Was kostet eine Hochzeit? Hier eine Zusammenstellung.
Foto: Ulrich Wagner

„Ja“ zu sagen, das ist romantisch. Doch irgendwann müssen Brautleute ganz nüchtern die Kosten der Hochzeit abschätzen. Das ist gar nicht so einfach. Einige Ratgeber kalkulieren noch im Schnitt mit Kosten von 4000 bis 8000 Euro. Branchenexperten geben eher 10.000 bis 15.000 Euro an. Das ist auch die Erfahrung der Augsburger Hochzeitsplanerin Bettina Ponzio. Sie geht von mindestens 14.000 Euro für eine Hochzeit mit 70 Gästen aus. Zusammen mit ihr schlüsseln wir die wichtigsten Ausgaben für solch eine Feier auf. Es geht natürlich auch immer teurer oder günstiger. Unsere Angaben sind nur Eckmarken, die eine Orientierung geben sollen.

Bevor die Kosten kalkuliert werden, sollten die Brautleute einige Vorüberlegungen treffen, sagt Bettina Ponzio: Wie viele Gäste kommen? Heiraten wir auf dem Land oder in der Stadt? „Auf dem Land können Hochzeiten etwas günstiger sein als in der Stadt“, sagt die Expertin. In einer Großstadt wie München kann es schnell teurer werden. Soll zudem an einem besonderen Ort gefeiert werden? Am See, auf einer Hütte, einem Schloss? Je nachdem fallen die Preise unterschiedlich aus. Erst recht, wenn Extras dazukommen: ein Shuttle-Service für die Gäste, eine Kinderbetreuung oder anderes mehr.

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Menü und Getränke für 70 Gäste – 5000 bis 7000 Euro

Wichtig ist die Bewirtung. Einer bewährten Daumenregel zufolge kostet eine Hochzeit das Doppelte der Ausgaben für Essen und Getränke, sagt die Hochzeitsplanerin. Ein Menü auf dem Land könne es mit Getränkepauschale und einem Sektempfang bereits für 60 bis 70 Euro pro Person geben. In der Stadt werde es meist teurer. Ein Menü könne hier rund 50 Euro kosten, dazu mindestens 40 Euro die Getränke. „Pro Kopf kann man in der Stadt also mit 80 bis 100 Euro rechnen“, sagt Bettina Ponzio. Eine Alternative ist ein Catering-Service. Dann muss man aber Servietten, Besteck und so weiter extra zahlen, auch eine Saalmiete von 300 bis 2000 Euro kann dazukommen. „Wer das vermeiden will, sucht sich eine Location mit angeschlossener Küche, dann zahlt man nur für Essen und Trinken“, rät sie. Klar ist für die Hochzeitsplanerin aber: „Essen und Trinken sind einer der wichtigsten Punkte der Hochzeit, da sollte man nicht sparen.

 

Brautkleid – 800 bis 2000 Euro

Schlicht oder opulent, die Vorstellungen über Brautkleider variieren. Dies gilt auch für die Kosten. „Manchmal werden heute Brautkleider im Internet bestellt“, sagt Bettina Ponzio. Sie empfiehlt aber den Besuch eines Fachgeschäfts, wo das Kleid abgesteckt und angepasst werden kann.

Anzug für ihn – 500 bis 900 Euro

Klassisch heiratet der Bräutigam im Frack, wer es legerer mag, kann in Sakko mit Fliege und Hosenträgern vor den Altar treten. Eine Frage ist auch, ob der Anzug nochmals angezogen wird.

DJ oder Band – 1000 bis 4000 Euro

Keine Hochzeit ohne Musik. Wer einen DJ bucht, muss ab 14 Uhr mit mindestens 1000 Euro rechnen. „Ein DJ hat den Vorteil, dass er die Musikstile leicht wechseln kann“, sagt die Beraterin. Eine Live-Band bietet mehr Flair, kostet aber 2500 bis 4000 Euro – je nach Zahl der Bandmitglieder.

Fotograf – 1800 bis 2300 Euro

Hochzeitsfotos rufen Erinnerungen wach. „An den Fotos sollte man deshalb nicht sparen“, sagt Bettina Ponzio. „Sie bleiben für immer.“ Ein professioneller Fotograf starte für sechs Stunden bei rund 1800 Euro, wenn er den Tag zehn Stunden lang begleitet, seien es rund 2200 bis 2300 Euro.

Ringe – 1500 Euro

Manche Paare bevorzugen schlichte Trauringe, andere wünschen sich einen Stein oder mehrere Steine, mehrere Farben, eine Gravur. „Manche Goldschmiede bieten es an, dass ein Brautpaar bei der Herstellung selbst mitmacht, was ein schönes Erlebnis ist“, sagt die Beraterin. Trauringe kosten zwischen 1000 und 2000 Euro, „nach oben sind keine Grenzen gesetzt“.

Blumen – 600 bis 1000 Euro

Für den Brautstrauß muss das Paar rund 60 bis 100 Euro kalkulieren. Dazu kommt Blumenschmuck zum Beispiel in der Kirche, am Hochzeitsauto und im Restaurant. Die Brautleute sollten also überlegen, wie viele Tische geschmückt werden und ob die Brautjungfern Sträußchen oder die Blumenmädchen Haarkränze bekommen.

Drucksachen – 400 bis 1000 Euro

Wer zur Hochzeit lädt, verschickt Einladungen. Auf der Feier kommen Tischkarten, Menükarten, Liederhefte hinzu. Wer sparen will, macht viel selbst. „Wer exklusive Karten zum Beispiel mit Lasergravur wünscht, muss aber mit 5 Euro pro Karte rechnen“, sagt die Beraterin. Sie geht davon aus, dass Drucksachen 400 bis 600 Euro kosten, es können aber auch bis zu 1000 Euro zusammenkommen.

Frisör – 250 bis 300 Euro

Wann will eine Frau nicht schön frisiert und geschminkt sein, wenn nicht am Hochzeitstag? Dem geht meist ein Probeschminken und -stecken voraus.

Hochzeitstorte – 300 bis 500 Euro

Zur Hochzeitsfeier gehört die Hochzeitstorte. Auch hier variieren die Kosten stark – je nach Größe und Art. „Klassische Konditoreien sind meist etwas günstiger, Patisserien etwas teurer“, hat die Beraterin beobachtet.

Standesamt, Urkunden – 150 Euro

Auch das Standesamt erhebt für seine Leistungen Gebühren. Eheurkunde und Familienstammbuch sind aber nur ein kleiner Posten.

Hochzeitsplaner – ab 2500 bis 3000, manchmal auch 5000 Euro

Wem jetzt vor Zahlen der Kopf schwirrt, der kann einen Hochzeitsplaner in Anspruch nehmen. „Auch hier variieren die Kosten je nach Aufwand“, sagt Hochzeitsplanerin Bettina Ponzio. Hat die Hochzeit den üblichen Ablauf? Will das Paar etwas Besonderes? Kommt gar ein Helikopterflug hinzu? Das alles spielt natürlich eine Rolle.

Und wie finanziert man das Ganze? Einige Banken bieten schon Hochzeitskredite an. Die Empfehlung der Planerin ist es aber, die Hochzeit nicht auf Schulden aufzubauen. „Ich rate, ganz altbewährt ein Jahr vor der Trauung anzufangen zu sparen“, sagt Bettina Ponzio. Manchmal unterstützen auch die Eltern das Fest. Zur Feier schenken auch viele Gäste Geld. Es sei legitim, in der Einladung um ein Geldgeschenk statt Haushaltsausstattung zu bitten. Sie rät aber davon ab, Geldgeschenke von Beginn an fest einzukalkulieren. Hier ist das Risiko zu hoch, dass man sich verrechnet. „Planen Sie lieber die Hochzeit mit dem Budget, das Sie haben“, sagt sie. Dann kann man sich über Geldgeschenke umso mehr freuen und diese für die Hochzeitsreise, Haus oder Kinder verwenden.

Hochzeitsgästen rät sie, sich bei Geldgeschenken an der Höhe zu orientieren, die das Brautpaar pro Person wahrscheinlich für Essen und Trinken ausgibt. „Dann kann man darauf achten, dass für das Paar zumindest diese Kosten gedeckt sind.“

Gesamt: 14.800 bis 25.650 Euro

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Augsburg | München

Ein Artikel von
Michael Kerler

Augsburger Allgemeine
Ressort: Wirtschaft

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