Montag, 29. Mai 2017

20. Januar 2017 15:30 Uhr

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Schadstoffe im Kamillentee: Stiftung Warentest warnt vor Kusmi Tea

Kamillentee von Kusmi Tea sollte laut Stiftung Warentest nicht getrunken werden. Im Test seien gefährliche Schadstoff im Tee gefunden worden.

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Schadstoffe im Tee? Stiftung Warentest kritisiert Kamillentee von Kusmi Tea. (Symbolbild)
Foto: Karl-Josef Hildenbrand, dpa

Stiftung Warentest hat Kamillentee der Marke Kusmi Tea im Test auf Schadstoffe untersucht - und schlägt jetzt Alarm. Der Grund: Im Tee sei eine deutliche Belastung mit Pyrrolizidinalkaloide festgestellt worden. Doch ist das wirklich bedenklich?

Das Bundesinstitut für Risikobewertung schätzt Pyrrolizidinalkaloide als gefährlich ein. Diese Schadstoffe könnten Krebs erregen und die Leber schädigen.

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Immer wieder wird bekannt, dass Tees mit diesen Schadstoffen belastet sind. Im Fall von Kumsi Tea übertraf der Wert in der untersuchten Charge mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum bis Oktober 2019 die empfohlene Tagesdosis um das 360-fache.

Kusmi Tea: Stiftung Warentest kritisiert Schadstoffe im Tee

Eine gesetzliche Höchstmenge gibt es in Deutschland nicht. Die Lebensmittelaufsicht kann bei besonders hohen Werte die betroffenen Produkte aber trotzdem vom Markt nehmen lassen. Die Stiftung Warentest hat den Kusmi Tea daher offiziell gemeldet und hofft nun auf schnelles Handeln.

Die Stiftung Warentest hat nach eigenen Angaben die Ergebnisse auch an den deutschen Vertreiber der französischen Tee-Marke geschickt. Die Firma Orientis aus Baden-Württemberg teilte laut Medienberichten aber mit, dass die Menge der gefundenen Pyrrolizidinalkaloide unbedenklich sei.

Bei dem von der Stiftung Warentest getesteten Tee handelt es sich um:

Name: Kusmi Tea Camomille/Chamomille/Kamille

Verpackung: 20 sachets mousseline/20 muslin tea bags, 44 g

Mindest­halt­barkeits­datum: 10/2019

Chargen­nummer der Karton-Verpackung: LOT: 161031

Chargen­nummer der Teebeutel: LOT: KUS163121

Tee mit Schadstoffen belastet - nicht nur der Kusmi Tea

Pyrrolizidinalkaloide können zum Beispiel dadurch in Tee gelangen, dass andere wilde Pflanzen bei der Ernte nicht richtig erkannt und mitverarbeitet werden. Schon in den vergangenen Jahren gab es Warnungen davor, dass Kräutertees zu sehr belastet seien.

Update: Auf der Facebook-Seite von "Kusmi Tea Paris" hieß es am Mittwoch: "Vorsichtshalber zieht die Orientis GmbH bis zur Klärung von Details einer Analyse ab sofort alle Kamillentees im Sortiment aus dem Verkauf auf dem europäischen Markt zurück. Das Unternehmen hat sich unverzüglichen mit der EBL in Verbindung gesetzt, um zu beachtende Normen noch einmal zu präzisieren." AZ

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