Donnerstag, 14. Dezember 2017

12. Oktober 2017 06:47 Uhr

Herbst

Wohin mit dem vielen Laub?

Wer einen schönen Rasen haben will, sollte zum Rechen greifen. Auch auf dem Teich können verwelkte Blätter riskant sein. Wann Oleander und Zitrusbaum Schutz brauchen.

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Je nachdem wie viele Laubbäume im Garten stehen, kann ganz schön viel Laub zusammen kommen.
Foto: Christoph Schmidt, dpa

Was können Gartenliebhaber und Balkonbesitzer jetzt tun, damit alles noch möglichst lange prächtig gedeiht und blüht? In Kooperation mit der Bayerischen Gartenakademie stellen wir jeden Monat Grün-Tipps vor. Zu welchen Arbeiten Gartenbauingenieurin Marianne Scheu-Helgert jetzt Mitte Oktober rät:

Laub: Während viele beim Streifen durchs Laub wohlig an ihre Kindheit zurückdenken, an eine Zeit, als ein Sprung ins braun-gelbe Rascheln mächtig Spaß bereitete, sehen viele Gartenbesitzer im Laub vor allem Arbeit. Und nicht wenige fragen sich: Wohin mit all den Blättern? Und: Brauche ich einen Laubsauger? Von einem Laubsauger hält Scheu-Helgert gar nichts. Denn Laubsauger saugen nicht nur Laub ein, sondern viele kleine Tierchen, wie etwa Marienkäfer, Asseln und Spinnen und damit wertvolle Mikroorganismen, die mit bloßem Auge zwar oft nicht zu sehen sind, die aber einen wertvollen Beitrag zur Gesunderhaltung der Bodenfauna und -flora leisten. Scheu-Helgert kann nicht nachvollziehen, warum viele Gartenbesitzer im Laubrechen so eine Mühsal sehen.

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Zum Rechen greifen sollten vor allem diejenigen, die einen schönen Rasen haben wollen: „Der Rasen braucht viel Licht. Ist eine dicke Laubschicht auf ihm, bedeutet das für den Rasen Stress“, erklärt die Expertin. Auch gedeihe unter der Laubschicht gut Moos. Das zusammengerechte Laub rät Scheu-Helgert in einem sturmgeschützten Bereich neben dem Kompost zu sammeln. Es könne dann im Frühjahr nach und nach mit dem Rasenschnitt kompostiert werden. „Mit Laub lässt sich aber auch gut mulchen. Dazu muss man das Laub einfach auf der Erde zwischen der Hecke und etwa den Johannis- oder Himbeersträuchern dünn, etwa fünf Zentimeter hoch, verteilen.“ Eine lockere Schicht aus verrottendem Material wird von Mikroorganismen und Kleintieren in Humus und Nährstoffe umgesetzt. So macht Laub einen guten Boden.

 

Gut haben es die Hobbygärtner, die ihre blühende Oase so angelegt haben, dass unter den Laub abwerfenden Bäumen Staudenbeete gepflanzt wurden, die eine leichte Laubdecke mögen. Das seien zum Beispiel Funkien oder Beinwell.

Zur Vorsicht beim Thema Laub rät Scheu-Helgert auch Teichbesitzern. Ist der Teich unmittelbar unter Bäumen, sei ein Netz als Abdeckung ratsam. Denn zu viele Blätter geben an das Wasser zu viele Nährstoffe ab. Das wiederum beeinträchtige die Wasserqualität. Rohrkolben und Iris rät die Gartenexpertin jetzt nicht aus dem Teich zu entfernen, da diese hohen Pflanzen für eine Sauerstoffzufuhr im Teich sorgen.

 

Kübelpflanzen: „So lange wie möglich draußen lassen“, heißt der Rat von Scheu-Helgert, wenn es um die Pflege von Kübelpflanzen im Herbst und Winter geht. Wichtig sei, die Pflanzen niemals im Wasser stehen zu lassen. Um Staunässe zu vermeiden, rät die Expertin dazu, ein altes, ausrangiertes Baumwollhemd in DIN-A4-Größe zu zerschneiden, das Stück zu rollen und diese Rolle über den Rand des Topfuntersetzers zu legen. Ein Baumwollzipfelchen soll weit über den Rand nach unten reichen, damit überschüssiges Wasser so ablaufen kann. Besitzer von Oleander, Zitrusbäumen, Feigen und Co. sollten die Wettervorhersage sehr gut verfolgen. Ist Frost angesagt, muss gehandelt werden. Bei einzelnen Raureifnächten rät die Expertin dazu, alle Kübelpflanzen nah an die Hauswand zu ziehen und mit Vlies komplett abzudecken. Es sollte aber nicht die Südseite sein, an der die Kübelpflanzen stehen, sondern eine schattige Seite. Denn Hobbygärtner sollten darauf achten, dass die Pflanzen nicht zu starken Temperaturschwankungen ausgesetzt sind. Das bedeute Stress für sie.

Temperaturschwankungen sollten auch im Winterquartier vermieden werden, sagt Scheu-Helgert. „Möglichst kalt sollte das Winterquartier sein“, betont die Expertin Scheu-Helgert und präzisiert: „Es sollte etwa fünf Grad konstant haben.“ Ein Wintergarten sei eine gute Wahl, solange er nicht als angenehm temperiertes Wohnzimmer genutzt wird. Auch ein Gewächshaus heize sich oft zu stark auf. Viel Licht benötigen die Kübelpflanzen in der Regel dagegen nicht, sagt Scheu-Helgert. Die zweite Kunst im Winterquartier ist ihrer Ansicht nach die ideale Feuchtigkeit: „Die Pflanzen dürfen nicht ganz austrocknen und nicht zu nass sein.“ Wenn sie zu nass sind, entwickeln sich oft, ohne dass es zu sehen ist, Fäulnisprozesse im Wurzelbereich. Erscheint der Wurzelstock einmal wirklich trocken, hilft nach Einschätzung von Scheu-Helgert ein kurzes, wenige Minuten dauerndes Tauchbad des gesamten Topfes – „aber nur so lange tauchen, bis Blasen im Wasser aufsteigen“.

 

Rosen: Verblühte Rosenblüten rät Scheu-Helgert jetzt abzuschneiden. „Ich würde die Rosen jetzt aber nicht zurückschneiden, der richtige Schnitt kommt ja erst im April und Mai.“ Übrigens: Wer seine Rosenstöcke vor Frost schützen möchte, häuft sie nach Ansicht der Expertin am besten an. Dafür einfach um den Rosenstock in einem Durchmesser von etwa 30 Zentimetern drei bis vier Schaufeln Erde anhäufen und diese mit etwas Laub abdecken. „Das ist der beste Winterschutz.“

Frühlingsblüher: „Jetzt ist die ideale Zeit, Zwiebeln fürs Frühjahr zu setzen“, sagt Scheu-Helgert. Ob Krokusse, Schneeglöckchen oder Narzissen – wer nun Zwiebeln einsetzt, kann sich im Frühjahr einer herrlichen Farbenpracht erfreuen.

Tipps: Weitere Informationen finden sich auf der Internetseite der Bayerischen Gartenakademie: www.lwg.bayern.de/gartenakademie

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Schlagworte

Augsburg

Ein Artikel von
Daniela Hungbaur

Augsburger Allgemeine
Ressort: Bayern und Welt


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