Dienstag, 24. Oktober 2017

03. August 2017 11:28 Uhr

Test

Benziner statt Diesel: Super ist das im Audi Q5 noch nicht

Der Diesel hat es heutzutage schwer, aber ist ein Benziner wirklich eine gute Alternative? Wir haben es mit einem Audi Q5 ausprobiert.

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Dass viele über den Diesel schimpfen, ist verständlich, bringt potenzielle Käufer aber nicht weiter. Sie wollen oft nicht auf einen Benziner ausweichen – obwohl es die natürlich en masse gibt. Audi zum Beispiel, eine Marke im Zentrum des Abgasskandals, bietet den Q5 auch mit Ottomotor an.

Ein SUV mit Benziner – was früher undenkbar schien, wird plötzlich salonfähig. Dabei spielt nicht nur eine Rolle, dass der Selbstzünder in Verruf geraten ist. Ebenso wichtig ist, dass die Benziner von heute besser geworden sind. Sie nutzen nicht nur Diesel-Technologien wie Turbolader und Direkteinspritzung, sondern werden dem Selbstzünder auch in der Charakteristik immer ähnlicher: Moderne Ottos sind fast ebenso durchzugsstark und verbrauchen nicht mehr die Welt.

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Doch kommen sie, und damit zurück zum Q5, an die Effizienz des Diesels heran? Unser Q5 schluckte im Test 10,3 Liter Super, wobei ein hoher Anteil Langstrecke mit Tempolimit sich günstig ausgewirkt haben dürfte. Auf identischer Strecke nahm sich ein Audi A6 Avant mit Zweiliter-Dieselmotor in einem früheren Test gerade einmal sieben Liter. Der Vergleich hinkt natürlich. Ein Kombi ist kein SUV, und während der Diesel im A6 „nur“ 190 PS leistete, entwickelte der Benziner im Q5 satte 252 Pferdestärken. Zudem war der Q5 mit dem Allradantrieb quattro ausgestattet und er thronte auf 20 Zoll großen Felgen mit 255er Breite. Das alles rechtfertigt den Spritkonsum, aber die Traumwerte eines Diesels bleiben außer Reichweite. Einen Spritpreisunterschied von 20 Cent pro Liter zugrunde gelegt, kommt in unserer zugegebenermaßen nicht ganz fairen Hochrechnung der Benziner auf 100 Kilometern fünf Euro teurer, die unterschiedlich anzusetzende Kfz-Steuer einmal weggelassen. Doch so spitz muss hoffentlich keiner kalkulieren, der sich einen großen Audi leisten kann. Schon der Einstieg für den Audi Q5 sport 2.0 TFSI quattro mit Siebengang-Stronic liegt bei knapp 52000 Euro. Unser Testwagen, eine einzige rollende Audi-Leistungsschau, war zudem mit feinsten Extras gesegnet. Dazu gehörten das betörend schicke „S Line“-Sportpaket, Ledersitze mit Rautensteppung sowie die komplette Armada an Assistenten. Unter dem Strich stand ein Gesamtpreis von 74980 Euro.

Dafür kann man ein nahezu perfektes Auto erwarten. Materialauswahl und -verarbeitung sind von gnadenlos guter Qualität bis ins kleinste Detail. Und erst das Fahrgefühl! Flüsterleise und geschmeidig gleitet der Q5 trotz seiner dicken 20-Zöller über den Asphalt. Die adaptive Luftfederung schluckt selbst grobe Fahrbahnunebenheiten ohne Probleme. Trotz der komfortablen, fast zu weichen Abstimmung neigt sich die Karosserie in der Kurve nicht zu stark. Für die Fahrzeugklasse fährt sich der Q5 angenehm handlich und leicht. So wahnsinnig groß ist das Auto ja auch nicht. Ein BMW X5 zum Beispiel misst in der Länge satte 23 Zentimeter mehr.

Wenn man dem Q5 einen Vorwurf machen kann, dann den, dass er für einen Familien-SUV fast zu eng geschnitten ist und mehr Kofferraum offerieren könnte. Aus Audi-Sicht ist die Positionierung verständlich, schließlich will man den Q7 ja ebenfalls an den Mann bringen. Der bietet dann zwar Platz im Überfluss, kostet aber noch einmal schmerzhafte 20000 Euro mehr.

Da hört nicht nur für Familienväter der Spaß auf. Wer auf das Budget schauen muss, wird zum Basis-Q5 greifen, sich nur die nötigsten Extras gönnen und bei knapp 50000 Euro landen. Die Frage nach Benzin oder Diesel stellt sich dann nicht: Einsteiger erhalten einen Zweiliter-Diesel mit Euro 6 und 150 PS.

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Schlagworte

Augsburg | Audi | Audi Q5 | Audi A6 | BMW

Ein Artikel von
Tobias Schaumann

Augsburger Allgemeine
Ressort: Digitale Produkte


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