Dienstag, 25. Juli 2017

20. März 2017 08:26 Uhr

Test

Renault Mégane Grandtour: Länge läuft

Was 27 Zentimeter mehr aus einem Renault Mégane machen? Ein ganz anderes Auto! Wo der Grandtour seine Stärken und Schwächen hat - der Test-Bericht.

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Was ist falsch daran, sich im Glanze einer fremden Marke zu sonnen? Nichts! Renault jedenfalls versieht besonders gut ausgestattete Modelle mit dem Namenszusatz „Bose Edition“. Clever nutzen die Franzosen das Premium-Image des US-amerikanischen Hi-Fi-Herstellers.

Dabei hätte es die neueste Generation des Mégane gar nicht nötig, sich mit fremden Federn zu schmücken. Der Wagen bietet mit seinem recht breiten Stand und der dynamischen Linienführung so einiges fürs Auge. Die hier getestete Variante „Grandtour“ ist nicht irgendein verlängerter, abgeleiteter Kombi, sondern sie spricht ihre eigene Sprache.

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Der geschmackvolle Mix aus skulpturalen Flächen macht die Seitenansicht attraktiv, insbesondere dann, wenn die stark getönten Seitenscheiben an Bord sind, was wiederum in der erwähnten Bose Edition Serie ist. Damit nicht genug. Der Mégane kommt in der höchsten Ausstattungsstufe beispielsweise mit Navi, Spurhalte-Warner und Verkehrszeichenerkennung. Ein gestochen scharfes und farbiges Head-up-Display gehört ebenfalls zum Lieferumfang. Was die Hardware betrifft, fallen außerdem die schicken 17-Zöller und der Massagesitz für den Fahrer angenehm auf.

Renault bietet im Mégane Grandtour deutlich mehr Kofferraum

Besonders wichtig in einem Kombi: die Transportmöglichkeiten. Im Vergleich zum „normalen“ Mégane bringt der Grandtour nicht nur deutlich mehr Kofferraum mit – 521 statt 384 Liter, maximal sogar 1504 Liter. Sondern er punktet mit einer tiefen Ladekante, einer weit aufschwingenden Heckklappe (leider nicht elektrisch betrieben) und der Möglichkeit, die Rückenlehne des Beifahrersitzes umzuklappen, wodurch das Auto Gegenstände von 2,70 Metern Länge aufnehmen kann.

Auch größer gewachsene Personen reisen im Mégane komfortabel; zur Not verträgt die Rückbank drei erwachsene Passagiere. Auf den vorderen Plätzen stört lediglich der recht hoch und wuchtig bauende Instrumententräger das großzügige Raumgefühl.

Selbst wer die Lademeister-Qualitäten nicht voll ausschöpft, sollte sich den Grandtour genau anschauen, zumal der Aufpreis zum Fünftürer gemessen an den Basismodellen gerade einmal 1000 Euro beträgt. Dafür bekommt man ein Auto, das mit seiner um 27 Zentimeter gewachsenen Länge nicht nur mehr Nutzen bietet, sondern optisch auch mehr her macht. Der Kompaktklasse, eigentlich das angestammte Revier des Mégane, würde den Grandtour wohl kaum jemand zuordnen.

Renault Mégane Grandtour: Motor, Preis, Daten

Aber fährt er sich auch wie ein Großer? Mit dem richtigen Motor ausgerüstet durchaus. Sechs Turbodiesel und vier Benziner stehen zur Wahl. Weniger als die 132 PS, die der Vierzylinder unseres Testwagens aus seinen nur 1,2 Litern Hubraum quetschte, sollten es jedoch nicht sein. Um den langen Mégane halbwegs zügig zu bewegen, müssen erstens die Gänge weit ausgedreht und zweitens eher häufig gewechselt werden. Das macht dank der knackigen Handschaltung sogar Spaß. Die sportliche Gangart quittierte der Mégane Grandtour mit einem Durchschnittsverbrauch von 8,7 Litern Super im Test.

Kurios: Ab etwa 150 km/h zeigte der Testwagen ein leichtes Flattern der Motorhaube. Das mag objektiv nicht von Belang und schon gar nicht gefährlich sein, subjektiv ist es aber nicht gerade Vertrauen erweckend. Die Multimedia-Bedienoberfläche mit ihren vielen Untermenüs ist tendenziell ebenfalls dazu geeignet, den Fahrer zu verwirren. Das geht aber vorbei. Nach einer kurzen Eingewöhnung tut auch die Bose-Anlage so, wie sie soll.

 

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Schlagworte

Renault

Ein Artikel von
Tobias Schaumann

Augsburger Allgemeine
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