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08. Februar 2012 19:38 Uhr

Kommunale Jugendarbeit widerspricht

AKW-Besuch „keine Werbung" für die Atomkraft

Die Kommunale Jugendarbeit weist Kritik zurück. Die Infofahrt mit  Kindern zum Kernkraftwerk sei keine Werbeveranstaltung.

Von Berthold Veh

Landkreis Verstimmt sind Antonia Wieland und Marion Heß-Eberhardinger, die Leiterinnen der Kommunalen Jugendarbeit des Landkreises Günzburg. Anlass ist der in der GZ veröffentlichte Leserbrief von Angelika Milhard. Die Thannhauserin ärgerte sich darüber, dass die Jugendarbeit Kindern zwischen zehn und zwölf Jahren in den Faschingsferien eine Informationsfahrt zum Gundremminger Kernkraftwerk anbietet. Anstatt, so Milhard, ein gefährliches AKW zu zeigen, sollten Buben und Mädchen lieber so früh wie möglich mit regenerativen Energien vertraut gemacht werden. Zudem befürchtet die Atomkraftgegnerin eine Beeinflussung der Kinder.

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Teamleiterin Antonia Wieland und ihre Stellvertreterin Marion Heß-Eberhardinger weisen die Kritik zurück: „Wir sind der Meinung, dass Kinder und Jugendliche die Möglichkeit haben sollten, sich ein eigenes Bild der verschiedenen Möglichkeiten, Energie zu erzeugen, zu machen.“ Kinder im Alter zwischen zehn und zwölf Jahren seien durchaus in der Lage, sich ein Bild zu machen, kritisch zu hinterfragen und zu reflektieren und dies daheim mit ihren Eltern weiter zu thematisieren, heißt es in dem Schreiben der Jugendarbeit-Leiterinnen. Der Bayerische Jugendring habe nach Fukushima den Ausstieg aus der Atomenergie und eine generationengerechte Energiepolitik gefordert. „Dies unterstützen wir in gleichem Maße“, betonen Wieland und Heß-Eberhardinger.

2011 habe die Jugendarbeit den Besuch einer Staustufe angeboten. Weitere Angebote, alternative Energien kennenzulernen, seien geplant. „Selbstbestimmt handeln zu können, ist oberstes Ziel der Jugendarbeit, heißt es in dem Brief. Dabei sei es wichtig, Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, sich über unterschiedliche Möglichkeiten wie im konkreten Fall der Energieerzeugung zu informieren. Die Info-Fahrt vor vier Jahren zum Gundremminger Kernkraftwerk sei „keine Werbeveranstaltung“ für die Atomkraft gewesen, sagt Wieland.

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