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14. März 2011 08:54 Uhr

Kernkraftwerk

AKW Gundremmingen: Für Erdbeben angeblich gerüstet

Die Betreiber des Atomkraftwerkes Gundremmingen versichern, dass alles für die Sicherheit der Atomanlage getan worden ist. Von Georg Schalk und Joachim Bomhard

Als Gundremmingen unweit der Donau bei Günzburg bereits in den 60er Jahren als Standort für ein Kernkraftwerk ausgesucht wurde, ging es auch um die Erdbebensicherheit. Und die Betreiber sind davon überzeugt, alles berücksichtigt zu haben. Die Anlage sei so konzipiert und konstruiert, dass ihr ein Beben nichts anhaben kann.

„Die deutschen Kernkraftwerke sind auf solche Naturkatastrophen ausgelegt, sagt der Sprecher von RWE Power, Manfred Lang. Deutsche Atommeiler könnten im Fall der Fälle sicher beherrscht werden. Die Systeme seien vierfach unabhängig voneinander abgesichert. So bestehe keine Gefahr, dass wegen eines Stromausfalls wie in Fukushima eine Kernschmelze drohe, sagt Lang. Hierzulande „nicht vorstellbar“ hält er das Szenario einer Verkettung unglücklicher Umstände wie in Japan. Dort hat der Tsunami als Folge des schwersten Erdbebens in der Geschichte des Landes die komplette Infrastruktur entlang der Nordostküste zerstört.

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Umweltminister Söder will alles nochmals hinterfragen

Gundremmingen und Fukushima haben gemeinsam, dass sie auf dem Prinzip des Siedewasserreaktors beruhen. Das japanische Kraftwerk ist allerdings älter. In die Anlage in Gundremmingen werde darüber hinaus permanent investiert, sagt Lang. Erst kürzlich erklärte der technische Geschäftsführer des Kraftwerks: „Einer Laufzeit von 60 Jahren steht aus sicherheitstechnischer Sicht nichts entgegen.“

Dem bayerischen Umweltminister Markus Söder (CSU) reichen solche Aussagen noch nicht. Er will die Kernkraftwerke gewissermaßen sicherer als sicher machen. Für ihn geht es nun darum, „Sicherheit nicht nur zu optimieren, sondern zu maximieren“, sagte er am Sonntag. Die Vorgänge in Japan seien ein „so fundamentales Ereignis, dass wir wirklich alles hinterfragen müssen“. Eine solche Katastrophe habe niemand vorhersehen können. Auf Forderungen, Isar 1 bei Landshut, den ältesten Meiler in Bayern, sofort abzuschalten, geht Söder nicht ein. Noch sei es unmöglich, auf Strom aus der Atomkraft zu verzichten.

Für den unwahrscheinlichen Fall der Fälle, dass es in Gundremmingen zur Reaktorkatastrophe kommt, ist man so gut es geht gerüstet. Es gibt zum Beispiel für die Umgebung einen exakten Evakuierungsplan. Je nachdem, was passiert ist und aus welcher Richtung der Wind weht, kann die Bevölkerung im Umkreis von drei, fünf, zehn, 20 oder 30 Kilometern zum Verlassen ihrer Städte und Dörfer aufgefordert werden, erklärt der Bürgermeister von Gundremmingen, Wolfgang Mayer. Erst vor wenigen Jahren fand eine Übung statt, in der der Ernstfall angenommen wurde. In der 20-Kilometer-Zone liegen Städte wie Dillingen, Günzburg oder Giengen an der Brenz.

Im Rathaus von Gundremmingen gibt es nach Angaben Mayers ein Betriebshandbuch, in dem alle Maßnahmen im Katastrophenfall beschrieben sind. Zuständige Behörde ist zunächst das Landratsamt in Günzburg. Aber vermutlich dürften sich schnell die übergeordneten Behörden von Bund und Land einschalten. Der Gemeinde Gundremmingen bleiben nachgeordnete Aufgaben, etwa die Ausgabe von Jodtabletten, damit sich nach einem Strahlenunfall über die Atmung eingenommenes radioaktives Jod nicht in der Schilddrüse anreichert. Die Vorräte wurden vor Jahrzehnten angeschafft, werden aber immer wieder erneuert. (mit dpa)

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