Dienstag, 16. Januar 2018

17. Dezember 2017 12:21 Uhr

Gundremmingen

Atom-Gegner überreichen 40.000 Unterschriften für AKW-Abschaltung

Die Anti-Atom-Organisationen "Ausgestrahlt" und "Umweltinstitut München" haben am Samstag 40.183 Unterschriften an Georg Nüßlein, den stellvertretenden Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, überreicht.

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Georg Nüßlein (rechts) nahm zehntausende Unterschriften für die Abschaltung des Atomkraftwerks Gundremmingen an.
Foto: Lars Hoff/Umweltinstitut München/Ausgestrahlt

Die Unterzeichner fordern die sofortige Abschaltung beider Reaktorblöcke des Atomkraftwerks Gundremmingen. Für den Fall des Zustandekommens einer großen Koalition im Bund, aber auch als regierende Partei in Bayern liege die Verantwortung für die Abschaltung beider Blöcke bei der CSU.

„Die Siedewasserreaktoren in Gundremmingen sind ein unverantwortliches Risiko. Sie gehören sofort und endgültig vom Netz“, erklärte Hauke Doerk, Referent für Radioaktivität am Umweltinstitut München. „Das sieht laut einer aktuellen Umfrage auch die Mehrheit der bayerischen Bevölkerung so. Die bayerische Atomaufsicht könnte ebenso wie die Bundes-Atomaufsicht eine Abschaltung in die Wege leiten, aber beide sitzen das Risiko aus. Die CSU muss jetzt Verantwortung übernehmen und das AKW Gundremmingen abschalten“, heißt es in der Mitteilung.

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„Wenn Ende des Jahres Block B abgeschaltet wird, sollte auch Block C seinen Betrieb einstellen, statt wie vorgesehen noch vier weitere Jahre wie ein Damokles-Schwert die Bevölkerung zu bedrohen“, sagte Jochen Stay, Sprecher von Ausgestrahlt. „Für die Stromversorgung in Bayern sind beide Blöcke schon verzichtbar. Obwohl in Gundremmingen die letzten gefährlichen Siedewasserreaktoren in Deutschland laufen, wurde bei Block C die Laufzeitverlängerung von 2010 durch den Ausstiegsbeschluss nach Fukushima nicht vollständig zurückgenommen. Sonst wäre das AKW schon längst vollständig vom Netz.“

Block B wird zum Jahresende stillgelegt, Block C soll bis 2021 laufen. Die Atomkraftgegnerbeziehen sich auch auf ein Gutachten, das Sicherheitsmängel nachweise, Betreiber und Behörden sehen das aber anders. Kritik gibt es auch wegen fehlerhafter Brennelemente. Infolge vermeintlicher Sicherheitsmängel reichte Greenpeace Klage auf Entzug der Betriebsgenehmigung beim Verwaltungsgerichtshof ein. zg

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