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01. Juni 2010 18:25 Uhr

Atommüll für den abwesenden Abgeordneten

Günzburg Auf der Suche nach einer Unterkunft für Atommüll war eine Gruppe von 25 Atomkraftwerks-Gegnern gestern Mittag vor der CSU-Geschäftsstelle in Günzburg. Mit gelben Tonnen, Eimern und Säcken beladen forderten sie: "Hört auf mit dem Müll."

25 Umweltschützer beteiligten sich an der Aktion des Vereins Forum vor dem Büro des CSU-Abgeordneten Dr. Georg Nüßlein. Laut trommelnd forderten sie, die Atomkraftwerke abzuschalten und ein Endlager festzulegen. Foto: Lena Bauer
Foto: Lena Bauer

Thomas Feller vom Verein Forum verlas einen offenen Brief an den Bundestagsabgeordneten Dr. Georg Nüßlein, der selbst nicht vor Ort war. Darin prangerte der Verein die Praxis des Zwischenlagerns von Atommüll, insbesondere beim Kernkraftwerk Gundremmingen, und das ungelöste Problem der Endlagerung an. Sie forderten die Festlegung eines geeigneten Ortes für ein unterirdisches Endlager. Mit den symbolischen Atommüllfässern wollten sie zeigen, dass die Atommüllproduktion die Erde für Jahrtausende zu vergiften drohe.

Gegen Laufzeitverlängerung

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Offenbar plane die Bundesregierung eine Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke, sagte Feller. Der Verein fordere ein Abschalten der Kraftwerke. "Es geht uns um Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit der Energiegewinnung." Die Politik solle mit Energieeffizienz und erneuerbaren Energien ernst machen.

Der Versuch, CSU-Geschäftsführer Alexander Felk eine "Atommüll-Tonne" zu übergeben, scheiterte. "Ich nehme nichts entgegen", verkündete Felk und verwies die Demonstranten an den abwesenden Abgeordneten. "Wir sind mit der Verwaltung beschäftigt und machen keine Politik", erklärte Felk. Es sei aber jedem gestattet zu demonstrieren, fügte er hinzu.

"Enkeltauglich" entscheiden

Im Brief sprach der Verein auch die Kinderkrebsstudie an, die statistisch belege, dass Kinder im AKW-Umkreis von fünf Kilometern doppelt so häufig an Krebs erkranken wie anderswo. Der Verein forderte von der CSU, "enkeltauglich" zu denken und zu entscheiden.

Ihren "Atommüll" konnten die Umweltschützer nicht wie geplant vor der CSU-Geschäftsstelle liegen lassen. "Die Ordnungsbehörde hat das nicht genehmigt", sagte Feller. So nahmen sie ihren Müll wieder mit und zogen damit weiter nach Donauwörth.

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