Samstag, 27. August 2016

01. Dezember 2013 14:55 Uhr

Schäferhunde bei der Prüfung

Auf Kommando zubeißen

35 Vierbeiner haben sich am Wochenende  beim Günzburger Schäferhundeverein bei den Herbstprüfungen gemessen. Ein Texaner schwärmt von dem Wettbewerb. Gefragt ist absolute Disziplin

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Auf Kommando zubeißen und wieder loslassen: Nork Donauvorstadt bewies bei der Prüfung beim Günzburger Schäferhundeverein absolute Disziplin.
Foto: Andreas Baumer

Er sieht müde aus, sehr müde. Selbst das Bellen fällt ihm schwer. Ihm ist es wohl ganz recht, wenn er jetzt erst einmal ruhig neben seinem Führer sitzen und mit weit aufgerissenem Maul und herausgestreckter Zunge nach Luft schnappen kann. Immerhin: Nork Donauvorstadt, der Vorzeigeschäferhund von Jaime Guillen aus Barcelona, hat es geschafft, hat einen Helfer gejagt, auf Kommando zugebissen, auf Zuruf wieder losgelassen. Ist 40 Meter gesprintet, um denselben Mann anzubellen und dann wieder treu an der Seite seines Gebieters von dannen zu ziehen. Nun also sitzt er da auf dem laubbedeckten Grün, um zusammen mit seinem spanischen Führer und im Blickfeld eines texanischen Hundezüchters das Urteil des Leistungsrichters Daniele Strazzeri zu vernehmen. Ein Spanier, dessen Deutscher Schäferhund unter den Augen eines Amerikaners von einem italienischstämmigen Leistungsrichter bewertet wird: Das ist auch beim Günzburger Schäferhundeverein nicht alltäglich und veranlasst sogar Oberbürgermeister Gerhard Jauernig dazu, die Ortsgruppe in das Rathaus einzuladen.

Das Team Mensch – Hund muss stimmen

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Nork Donauvorstadt ist einer der Hauptdarsteller dieses Samstagnachmittags am Übungsplatz der örtlichen Schäferhund-Liebhaber. Hier zählt er zu den 35 Deutschen Schäferhunden, die sich in zwei Tagen einer Vielzahl von Herausforderungen stellen und am Ende auf einer Skala von null bis 100 bewertet werden. Für Elmar Mannes, Vorsitzenden der Günzburger Ortsgruppe, ist ein solches Prüfungswochenende keine Neuheit. Seit beinahe 50 Jahren engagiert sich das Urgestein im Schäferhundeverein und hat in dieser Zeit etliche Sporthunde trainiert, mit den besten sogar an deutschen Meisterschaften teilgenommen. Was macht einen erfolgreichen Schäferhundeführer aus? „Grundsätzlich muss das Team Mensch – Hund stimmen“, betont Mannes. Zu den Herbstprüfungen in diesem Jahr tritt der 67-Jährige allerdings nicht an. Solche Abenteuer kämen für seinen Junghund zu früh.

Bereits am Freitag hat der Prüfungsreigen im Günzburger Nordwesten begonnen. Auf dem Programm stand eine sogenannte Begleithundeprüfung. Wer sich aber wie Nork Donauvorstadt einen Tag später bewerten lassen will, der muss noch eine Schippe drauflegen. Zuerst gilt es, innerhalb von etwa einer Stunde einer vorbestimmten weitreichenden Fährte zu folgen. Als Hilfsmittel dienen dabei lediglich verschiedene Gegenstände wie Ledermäppchen oder Holzstückchen. Schon kleinste Routenabweichungen werden mit Punktabzug bestraft. Ein talentierter Hundeführer ist dabei Gold wert. In einem zweiten Schritt wird der Gehorsam des Vierbeiners geprüft. Mitunter werden fehlerfreie Platzübungen, kurze Kommandosprints sowie eine einwandfreie Folge des Herrchens auch ohne Leinenführung erwartet. Und schon folgen die teils spektakulären Prüfungssegmente in der Disziplin Schutzdienst. Die Zaungäste mehren sich nun. Darunter hat sich auch Rob Dunn, ein Schäferhundezüchter aus dem amerikanischen Texas und Freund von Elmar Mannes, gemischt. Und Dunn ist begeistert von dem, was er sieht. „Das Training in Günzburg gehört wirklich zu den besten in der Welt“, schwärmt der 42-Jährige. „Es ist beeindruckend, wie gehorsam die Schäferhunde gegenüber ihren Führern sind“, meint der Amerikaner.

Währenddessen kommt der dreijährige Nork Donauvorstadt so richtig in Fahrt. Wird er nun auch die Hürde Schutzdienst meistern? Im Zentrum steht jetzt ein Helfer, der mit einem Schutzarm ausgestattet ist. Der vierbeinige Prüfling ist nicht nur dazu angehalten, den Helfer ausfindig zu machen, sondern ihn – je nach Befehl – entweder anzubellen oder zu beißen. Nork Donauvorstadt erweist sich als sehr diszipliniertes Tier. Schwungvoll sprintet er auf den Helfer los, wenn er dazu aufgefordert wird, lässt aber sofort von dem Mann ab, wenn ein energisches „Aus“ seines Herrchen ertönt. Dann die Auswertung: Richter Strazzeri bescheinigt dem Team eine große Zielstrebigkeit und einen guten Führungsstil: 95 Punkte – ein starkes Resultat. Jaime Gullien freut sich. Auf seinen Schäferhund ist eben Verlass.

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Ein Artikel von
Andreas Baumer

Günter Holland Journalistenschule
Ressort: Volontär


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