Glogger & Rogg macht Bürger aus dem Landkreis zu Miteigentümern an Bayerns größtem Windpark bei Dillingen
Krumbach Wer einen großen Geldbetrag gewinnt, erbt oder von der Oma geschenkt bekommt, dem stellt sich die Frage: Sich einen Wunsch erfüllen, Investitionen tätigen oder fürs Alter anlegen? Karl-Heinz Rogg von der Krumbacher Vermögensverwaltung Glogger & Rogg hat einen anderen „Renner“ parat: „Einen Teil der Summe in den größten Windpark Bayerns investieren, für den am 16. März der Spatenstich stattfand.“ Er entsteht nahe Zöschingen im Landkreis Dillingen und umfasst insgesamt zehn 120 Meter hohe Stahltürme mit jeweils 117 Meter Rotordurchmesser und einer Nennleistung von je 2,4 Megawatt. Jedes dieser Windräder kann im Jahr etwa 4,8 Millionen Kilowattstunden (kWh) Strom erzeugen und damit etwa 1000 Haushalte versorgen.
Die Krumbacher Vermögensberater sind an diesem Projekt aktiv beteiligt. Sie sicherten sich das erste Windrad dieser Anlage mit einem Kostenaufwand von 4,3 Millionen Euro. Nach Rogg heißt dies: „Wir benötigten etwa 1,5 Millionen Eigenkapital. Binnen zwei Monaten zeichneten circa 100 Bürger aus dem Landkreis mit einem Anteil von mindestens 10000 Euro diese Summe.“ Das sei der Grundstock für das erste Windrad gewesen, denn die restlichen 2,8 Millionen werden über Fremdkapital finanziert. Es soll ab Frühjahr 2013 den ersten „grünen“ Strom in das Netz liefern.
Der Vermögensverwalter ist stolz, dass die Finanzierung des Projekts in so kurzer Zeit in erster Linie von firmeneigenen Kunden gesichert worden sei, die von ihnen angeschrieben worden waren. Dieses Interesse sei auch der Grund, dass Glogger & Rogg an weiteren Windprojekten „dran“ bleiben werde. Eines habe sich nämlich bei den Gesprächen herausgestellt: „Die Geldanleger wollen sich ‚ihr’ Windrad anschauen können. Es soll also nahe der Haustür stehen.“ Ein weiterer Aspekt kommt für Rogg hinzu: „Geldanlagen in ökologische Werte sind in.“ Er selbst könne diese Investitionen guten Gewissens befürworten. Allerdings: Er rät zu einem „Anlagenmix“. Im Klartext heißt dies: „Der Kunde sollte maximal zehn Prozent seines Gesamtvermögens in dieser Form anlegen und es sollte sich um langfristig nicht benötigtes Geld handeln.“
Wirtschaftlich und umweltfreundlich
Insgesamt sei jedoch, so Rogg weiter, die finanzielle Beteiligung an einem Windrad als „reale Sachwertanlage“ einzustufen, stelle sie doch die wirtschaftlichste und umweltfreundlichste Energiequelle dar, die derzeit zur Verfügung stehe. Dies könne von Fotovoltaikanlagen nicht mehr wie bisher gesagt werden. Der Grund: die zum 1. April in Kraft tretende Reduzierung der Förderungsbestimmungen. Das Fazit für ihn daraus: „Derzeit ist eine Kapitalanlage für solche Projekte nicht mehr rentabel.“
Dies gelte allerdings nicht für bestehende Solaranlagen. Auch hier war Glogger & Rogg aktiv und richtete mit dem Geld von 60 Krumbacher Bürgern (sie zeichneten Anteile ab 5000 Euro) zwei Fotovoltaikbeteiligungen ein, die im Jahr circa 800000 kWh Strom für 200 Haushalte ins Netz liefern. Es handelt sich um großflächige Dächer wie Frei- und Hallenbad, Bauhof und Feuerwehrgerätehaus, Rathaus und Penny-Markt. Sie wurden langfristig angemietet und die Solarmodule mit Kundengeldern finanziert, was den Anlegern nach den gesetzlichen Bestimmungen während der Laufzeit auf 20 Jahre eine sechsprozentige Verzinsung garantiert.
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