Augsburg (hva/pm) - Sie kamen, sahen und siegten: 15 Jugendliche vom Stamm Tilly der Burgauer Pfadfinder hatten zum ersten Mal ein Projekt im Rahmen der 12. Bischof-Simpert-Preisverleihung eingereicht - und staubten auf Anhieb für ihr selbst geschriebenes Kindertheaterstück "Farbenklau oder ein kunterbuntes Abenteuer" den Preis ab. "Wir waren sehr überrascht und haben uns riesig gefreut", erzählte Gruppenleiter Florian Julich unserer Zeitung. Den Preis bekam die Gruppe jetzt im Haus Sankt Ulrich in Augsburg von Bischof Walter Mixa überreicht.

13 Jugendliche der "Rover"-Gruppe und ihre beiden Leiter Florian Julich und Claus Schwarz - alle im Alter von 16 bis 21 Jahren - hatten sich den Kindergarten als Aktionsfeld ausgesucht. Sie hatten ein selbst geschriebenes Theaterstück speziell für Vorschulkinder aufgeführt, das den Kleinen auf kreative und spielerische Art und Weise zeigen sollte, dass es wichtig ist, jeden Menschen als unverwechselbares Individuum zu achten. "Wir haben uns damit schon gewisse Chancen ausgerechnet", gab Florian Julich zu. Einziges Hindernis: 18 weitere Gruppen waren neben seiner im Rennen. Bis zur Preisverleihung war es ein langes, banges Warten, "die haben uns lange hingehalten", meinte Julich unter Lachen. Erst nach Eucharistiefeier und Abendessen mit Bischof Walter Mixa wurden die verschiedenen Projekte vorgestellt und zuletzt der Sieger verkündet. Als die Gruppe des Stammes Tilly aufgerufen wurde, fiel der Jubel erst einmal "verhalten" aus. "Wir konnten es gar nicht glauben", sagte Julich.
Bischof Mixa übergab den Jugendlichen die Preisprämie von 500 Euro und sprach ihnen seine "persönliche Anerkennung" für ihr Projekt aus. "Dass sich Jugendliche um Vorschulkinder kümmern, ist außergewöhnlich. Ihr habt gewissermaßen generationenübergreifend gehandelt und aus eigenem Entschluss Verantwortung übernommen für eine gute Werteerziehung", lobte auch die BDKJ-Diözesanvorsitzende Simona Kiechle in ihrer Laudatio den Stamm Tilly.
Im Schnee stecken geblieben
Zusätzlich zum Simpert-Preis wurde der mit 250 Euro dotierte Religiöse Sonderpreis für ein religiös-spirituelles Projekt verliehen. Dieser ging an die Ministranten aus Wasserburg am Bodensee. Diese hatten sich in der Fastenzeit 2008 damit auseinandergesetzt, welche Formen von Gewalt es heute gibt und diese in eigenen Bildern dargestellt. Ihren Preis konnten sie jedoch gar nicht entgegennehmen: Sie waren auf der Fahrt nach Augsburg im Schnee stecken geblieben. Über Telefon gratulierte ihnen Bischof Mixa.
Was die Burgauer mit ihrem Gewinn über 550 Euro machen - wie alle Bewerbergruppen erhielten sie zusätzlich eine Teilnehmerprämie über 50 Euro - wissen sie noch nicht. Florian Julich ist sich aber sicher: "Mit einem Großteil werden wir wieder ein solches Projekt organisieren."
Artikel kommentieren
| Artikel bewerten: