Die Hohe Schule der Krippenkunst beherrschen die Jettinger seit Langem. Ihre Tradition reicht zurück auf große Krippler und die heutigen Krippenfreunde stehen ihnen in nichts nach. Für die Krippenfreunde Jettingen-Scheppach ist die Beschäftigung mit der Darstellung der Geburt Jesu keine saisonal eingegrenzte Aktivität, sondern ein Kontinuum, das die Krippenfreunde durch das ganze Jahr begleitet.

Die Resultate ihrer jüngsten Anstrengungen können die Besucher der Krippenausstellung vom 20. November bis zum 30. Januar im Vereinsheim neben dem Rathaus kennenlernen.
Der frühe Beginn, erklärt Vorsitzender Karl Ewald, trägt dem Termin der Landestagung des Bayerischen Krippenverbandes in Krumbach Rechnung. Die Jettinger erwarten, dass sich nach der offiziellen Tagung viele der bayerischen Krippenfreunde auf den Weg nach Jettingen machen.
Der Weg dorthin lohnt sich. Die rund 50 Krippen, die im Vereinsheim gezeigt werden, zeichnen sich durch ihre enorme Stimmigkeit aus. Die christliche Botschaft, die in der Krippe enthalten ist, wird konsequent sichtbar gemacht. "Wir wollen", so Siegfried Fuchs und Karl Ewald, "das Weihnachtsevangelium bildlich darstellen. In der Betrachtung unserer Krippen soll der Schauende zur Ruhe kommen, sich in die Weihnachtsgeschichte hineinversetzen, sich mit ihr auseinandersetzen. Wir wollen keine Show, keine Krippen als Statussymbol und Konsum."
Der hohe Stellenwert, der von den Jettinger Kripplern ihren Krippen beigemessen wird, zeigt sich in jeder der ausgestellten Krippen. Da die Mehrzahl der ausgestellten Krippen im Eigentum des Vereins ist, war es für die Krippenfreunde möglich, ihren hohen Anspruch umzusetzen. So wurde für zahlreiche Krippenfiguren eine neue Architektur geschaffen, Geburtsszenen in orientalische Ruinen oder in die im Nahen Osten typischen Stallhöhlen verlegt, dazu passende neue Hintergründe bestellt.
Orientalische Krippen
Insbesondere Nahostreisen zu den Stätten des Lebens Jesu haben die Krippler zu neuen, ergreifenden Szenendarstellungen und Ausstattungen inspiriert. So ist die Zahl der orientalischen Krippen, nicht selten in einem wüstenhaften Umfeld angesiedelt, deutlich angestiegen. Sogar eine Beduinenkrippe ist in Jettingen zu sehen.
Raum bleibt aber auch für alpenländische und örtliche Krippen. Zwei Schneekrippen, eine Tag- und gegenüberliegend eine Nachtszene, faszinieren in ihrer starken Ausdruckskraft. Als weitere Besonderheit gibt es zwei Krippen mit heimischen Motiven: Eine Weihnachtsszene entfaltet sich vor der Kulisse von Oberwaldbach, eine andere ist in ein Söldnerhaus verlegt, das sein Vorbild in der Jettinger Chronik hat. Der Markt mit Pfarrkirche als Wandbild bindet den Aufbau in den Ort ein.
Die Krippenausstellung ist vom 20. November bis zum 30. Januar 2011 von Dienstag bis Sonntag von 13 bis 18 Uhr geöffnet. Während der gesamten Öffnungszeit läuft die Verlosung von drei Krippengebäuden zugunsten der Bildungsprojekte von Pfarrer Emanuel Sawadago in Burkina Faso. Sonderöffnungszeiten für Gruppen und Busse sind nach Vereinbarung möglich, Telefon (0171) 6221069 oder (08225) 959445.
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