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08. Dezember 2009 05:00 Uhr

"Das ist wie in einem Wanderzirkus"

Landkreis Rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln. Mal war Bayerns Nichtraucherschutzgesetz das beste, dann das schärfste. Danach wurde es in Teilen gelockert. Nun ging vor wenigen Tagen das Volksbegehren "Für echten Nichtraucherschutz" durch.

"Das ist wie in einem Wanderzirkus"
Foto: ALFA

Leidtragende sind die Wirte. Vor allem jene, die kleine Lokale oder die Kneipe um die Ecke haben. "Für manche von denen ist das eine Katastrophe", weiß Gastronom Rüdiger Greb aus Gesprächen mit Kollegen. "Es ist traurig."

Als Betreiber der "Post" und des "Zehntstadels" in Leipheim sowie des "Forums am Hofgarten" in Günzburg - also in überwiegendem Maße Restaurants - ist Rüdiger Greb nicht so massiv betroffen. "Aber auch ich konnte seit eineinhalb Jahren nichts tun", versichert er. Zum Beispiel investieren in den Nichtraucherschutz oder in Anschaffungen, die den Rauchern das Leben draußen vor der Tür ein wenig angenehmer machen. Vor allem im kalten Winter.

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"Ein Wanderzirkus", umschreibt Greb das Hin und Her mit dem Nichtraucherschutz. Ähnlich geht es Ingrid Osterlehner, der Kreisvorsitzenden im Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband. Sie betreibt die "Sonne" in Röfingen - ein Speiserestaurant, in dem generell nicht geraucht werden darf.

"Raucher und Nichtraucher haben sich arrangiert", betont Ingrid Osterlehner. "Wir hatten keinerlei Probleme. Auch für Raucher ist es inzwischen selbstverständlich, dass in einem Speiselokal nicht geraucht wird."

Mögliche Konsequenzen

Deshalb haben es die Kreisvorsitzende und ihre Kollegen aus der Gastronomiebranche ganz gut gefunden, wie die Dinge zuletzt gehandhabt und geregelt wurden. Nun kehrt wieder Unsicherheit darüber ein, was aus dem erfolgreichen bayerischen Volksbegehren letztlich wird und welche Konsequenzen eine denkbare Neuregelung für die Wirte haben könnte.

"Ein bisschen Entscheidungsfreiheit sollte man den Wirten schon lassen", findet Ingrid Osterlehner. Etwa die Entscheidung darüber, ob ein Wirt sein kleines Lokal als Raucher- oder als Nichtraucherlokal betreibt. Es gebe eben nicht wenige, die nach der Arbeit oder am Abend in ihrer kleinen Stammkneipe noch ein Bier trinken und dabei auch eine Zigarette rauchen wollen.

Gebe es ein generelles Rauchverbot auch in solchen Lokalen, könnten viele kleine Wirte einpacken. Deshalb sollte ihnen grundsätzlich die Möglichkeit gegeben werden, als Unternehmer selbst zu entscheiden, welche Klientel sie lieber ansprechen - die Raucher oder die Nichtraucher, so Ingrid Osterlehner.

Als die Dinge noch etwas lockerer gehandhabt wurden, hatte auch Rüdiger Greb einen Stammtisch, an dem einige rauchten, andere nicht. Nun müssen die Raucher raus, um eine zu paffen. "Nach zehn Minuten kommen sie wieder rein und fragen: Über was habt ihr gerade geredet?" Greb findet, dass damit auch Stück geselliger Kultur verloren geht.

Am gestrigen Nachmittag trafen sich die Gastronomen zu ihrem regelmäßigen Stammtisch. Da werde sicher auch über das Thema Rauchen und Nichtrauchen diskutiert, war sich Ingrid Osterlehner sicher.

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