Donnerstag, 22. Februar 2018

09. November 2016 12:00 Uhr

Günzburg

Dem Regenwald eine Stimme geben

Was Sängerin Cassandra Steen und Wissenschaftlerin Juliane Diller bei der zweiten Günzburger Regenwaldnacht zu sagen haben.

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Star-Sopranistin Diana Damrau hat schon für den Schutz des Regenwalds gesungen. Schauspieler Michael Mendl hat für diesen Zweck sein Leben an den „seidenen Faden“ gehängt und im Dschungel einen Film gedreht. Kann der Günzburger Verein Faszination Regenwald noch mehr aufbieten, um für sein Anliegen zu werben? Zwei besondere Frauen sind es, die am 26. November im Günzburger Forum am Hofgarten dem Regenwald ihre Stimme leihen: Soulsängerin Cassandra Steen und Wissenschaftlerin Juliane Diller, die im Regenwald einen Flugzeugabsturz überlebte.

Für den Günzburger Arzt und Tropenökologen Bernhard Lohr, der den Verein Faszination Regenwald vor mehr als zehn Jahren gegründet hat, können dies Stimmen nicht laut genug sein. „Das Thema Naturschutz im Allgemeinen und die Regenwaldproblematik im Speziellen sind in der öffentlichen Diskussion in den Hintergrund gerückt“, sagt Lohr. „Die Situation in den tropischen Regenwäldern ist aber dramatischer denn je.“ Mit der Regenwald Nacht – der zweiten Auflage, die in Günzburg stattfindet – will der Verein deshalb die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit ein weiteres Mal auf den Schutz dieses einzigartigen Ökosystems lenken.

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In den vergangenen Jahren konnte der Verein außergewöhnliche Gäste aufbieten – neben Diana Damrau und Michael Mendl auch Schauspieler Hannes Jaenicke. Das Günzburger Publikum, sagt der Vorsitzende des Vereins, sei deshalb nicht nur ein sehr anspruchsvolles, sondern auch ein sehr erfahrenes in punkto Regenwald. Es sei also keine leichte Aufgabe gewesen, eine Künstlerin zu gewinnen, die das Thema ähnlich stimmungsvoll transportiert, wie dies Diana Damrau geschafft hatte. Per Zufall stieß Lohr auf Cassandra Steen, „Soulikone“ Deutschlands und Echo-Preisträgerin. „Auf einer langen und anstrengenden Autofahrt habe ich Cassandra Steen in einem eindrucksvollen Radiointerview gehört“, erzählt Bernhard Lohr. „Ihre frohgestimmte und positive Ausstrahlung, die Hingabe, mit der Sie über andere Lebewesen gesprochen hat und der Hinweis, dass sie sich als Botschafterin für die UN-Dekade der globalen Artenvielfalt einsetzt, haben mich bewogen, ihr zu schreiben.“ Sofort und völlig unkompliziert habe die Sängerin zugesagt.

Sie überlebte einen Absturz im Regenwald

Neben tief gehender Musik will der Verein aber auch wissenschaftlich fundiert für die Schönheit und globale Bedeutung des Regenwaldes begeistern. Diesen Part übernimmt in Günzburg die Wissenschaftlerin Juliana Diller – sie bezeichnet sich selbst in ihrer Autobiographie „als die Frau, die vom Himmel fiel“. Denn Juliane Diller hat eine ganz einzigartige Sicht auf den Regenwald, den sie in einer Art und Weise erlebt wie kein anderer Mensch auf diesem Planeten. In den 1970er Jahren überlebte sie als junges Mädchen einen Flugzeugabsturz über dem Regenwald von Peru. Das Passagierflugzeug, in dem die damals 17-Jährige saß, zerbrach in 3000 Metern Höhe, Diller überlebte als einzige den Absturz. Schwer verletzt und allein gestellt kämpfte sie sich damals elf Tage durch den Regenwald. Lohr: „Niemand könnte ihr verdenken, wenn sie vom Regenwald nichts, aber auch gar nichts mehr wissen wollte. Dr. Juliane Diller hat aber genau das Gegenteil davon gemacht, denn sie hat den Regenwald zum Mittelpunkt ihres Lebens, zumindest ihres beruflichen Lebens gemacht.“ Diller studierte das Leben von Fledermäusen, machte ihren Doktor der Naturwissenschaften und ist heute stellvertretende Leiterin eines der wichtigsten biologischen Forschungseinrichtungen Deutschlands, der zoologischen Staatssammlung München. Zudem setzt sie sich seit vielen Jahren für den Schutz des tropischen Regenwaldes ein. Sie führt das Naturschutzprojekt ihrer Eltern fort und heute leitet sie die Regenwaldschutzstiftung „Panguana“.

Film mit Michael Mendl feiert Uraufführung

Bei der zweiten Günzburger Regenwaldnacht wird auch Schauspieler Michael Mendl wieder zu Wort kommen – in einem zweiten Dokumentarfilm nach „Mein Leben am seidenen Faden“, der an diesem Abend uraufgeführt wird. Der Film ist kein reines Wohlfühl-Programm. Bernhard Lohr erklärt: „Die Auseinandersetzung mit dem Regenwald ist unvollständig, wenn man sich nicht auch mit den traurigen Aspekten beschäftigt.“ Um die unterschiedlichen Gesichter der Regenwald-Zerstörung zu zeigen, hat sich Michael Mendl mit dem Filmemacher Jens Wolf und Bernhard Lohr auf den Weg nach Borneo gemacht, um nach Spuren des verschollenen Orang-Utans Weibchens Maja zu suchen. Auf dieser Expedition kommt es zu gefährlichen aber eindrücklichen Begegnungen mit Goldgräbern, mit Holzfällern und Wilderern und dabei ist der Film „The Final Cut“ entstanden. Der tropische Regenwald ist zwar weit weg, aber sein Verschwinden trifft uns auch hier in Europa, in Deutschland, in Bayern, sagt der Tropenökologe. Aus diesem Grund bekommt der Verein auch lokale Unterstützung bei seiner Veranstaltung, mit Musik von der Musikschule Günzburg und der Schirmherrschaft, die Oberbürgermeister Gerhard Jauernig übernommen hat. Auch der afrikanische Regenwald wird im Forum vertreten sein, denn Franz-Ludwig Keck aus dem Birkenried wird Skulpturen afrikanischer Künstler ausstellen.

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Ein Artikel von
Rebekka Jakob

Günzburger Zeitung
Ressort: Günzburg mit Kötz und Bubesheim, Kultur in der Region


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