Mittwoch, 18. Oktober 2017

25. August 2012 12:05 Uhr

Nachhaltige Landwirtschaft

Der Einfluss des Verbrauchers ist groß

Wenn ein europaweiter Sternmarsch am Dienstag in Günzburg haltmacht, ist auch der Verein Slow Food dabei

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Günzburg Am kommenden Dienstag, 28. August, macht der europaweite Sternmarsch „Good Food March“ Halt in Günzburg. Verschiedenste Organisationen aus Biolandbau, Landwirtschaft und kirchlichen Entwicklungsdiensten fordern zusammen mit Slow Food Deutschland eine zukunftsfähige Landwirtschaft in Europa. Ziel des Good Food March ist Brüssel, wo ab Herbst die EU-Agrarpolitik auf der Tagesordnung steht. Gestartet wurde in München, die Route der Fahrrad- und Treckerfahrer führt über Aichach und Augsburg nach Günzburg. Hier geht es dann rund um den Schweinchenbrunnen um faire und nachhaltige Landwirtschaft und Ernährung. Mit dabei ist dann auch der Günzburger Robert Friedenberger, Vorstandsmitglied von Slow Food Deutschland und stellvertretender Vorsitzender des regionalen Slow-Food-Conviviums Schwäbische Donau. Wir sprachen mit dem 50-jährigen, gebürtigen Donauwörther, der seit 21 Jahren im Stadtbauamt Günzburg arbeitet und Leiter der Stadtplanung ist.

Der Verein Slow Food Deutschland setzt sich für gute, saubere und faire Lebensmittel ein, ist aber nicht jedem geläufig. Wie wurden Sie auf den Verein aufmerksam?

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Friedenberger: Die Bewegung wurde vor rund 25 Jahren in Italien gegründet und gab den Gastronomieführer Osterie d‘Italia heraus. Für Italienreisende, die sich individuell und abseits der Touristenströme mit Kulinarik und Küche auseinandersetzten, ein Muss. Irgendwann lag dem Führer dann eine Postkarte bei, dass Slow Food auch in Deutschland gegründet wurde. Die habe ich dann weggeschickt.

Was möchte Slow Food bei uns erreichen?

Friedenberger: Ausgangpunkt ist der Genuss beim Essen. Gutes Essen setzt gute Lebensmittel voraus, kurze Wege, handwerkliche Verarbeitung gehören dazu. Mittlerweile gibt es einen Deutschland-Genussführer, der im Internet abrufbar ist und in einem Jahr als Buch erscheinen soll.

Welche Restaurants im Landkreis sind dabei?

Friedenberger: Bisher keine, da die regionale Gruppe sich bisher in Ulm traf. Erst jetzt Ende Juli gründeten wir das Convivium Schwäbische Donau, das die Landkreise Neu-Ulm, Günzburg, Dillingen und Heidenheim umfasst. Rund 60 Mitglieder haben wir bisher.

Es geht um die Qualität der Grundversorgung

Sie haben an dem Restaurantführer mitgearbeitet, wo engagieren Sie sich noch?

Friedenberger: Ich persönlich gehe eher in die Richtung der Produzenten, die am Anfang der Nahrungsmittelkette stehen. Also die Landwirte, Gärtner, Bäcker, Metzger. Es geht hier um die Qualität der Grundversorgung. Gefragt ist hier die ideelle Unterstützung, publik machen, was angeboten wird. Nur dann können die Leute dort einkaufen. Der Erzeuger muss einen Markt für seine Produkte haben.

Wie beurteilen sie die Situation vor Ort im Sinne von Slow Food?

Friedenberger: Generell ist die Region in der Biolandwirtschaft schwach aufgestellt. Wir haben zurzeit keinen Umstellungsbetrieb, dafür aber sechs Betriebe, die zur konventionellen Landwirtschaft zurückgehen.

Woher kommt der Vereinsname Slow Food?

Friedenberger: Zum einen ist er der Gegenbegriff zum Fast Food der Schnellimbisse. Außerdem kann man nur beim langsamen Essen genießen, sich ein Bewusstsein über die Lebensmittel, die man so isst, bilden. Und schließlich ist langsames Produzieren unabdingbar für die Qualität, denken sie nur an die Hähnchen.

Wo kaufen Sie ihre Lebensmittel ein?

Friedenberger: Im Supermarkt und Discounter treffen sie mich nicht. Am Freitagnachmittag starte ich meine Einkaufstour, dort wo noch selber angebaut wird und die Ware frisch ist. In Bezug auf die Wegstrecke ist das vielleicht manchmal nicht so ökologisch.

Was raten Sie dem Verbraucher?

Friedenberger: Er kann immer gegensteuern, wenn das Bewusstsein dafür da ist. Schließlich hat er das Geld. Der Einfluss des Verbrauchers ist hoch, er kann die standardisierte Ware liegen lassen und was Gescheites kaufen. Eben nicht das Säckle Kartoffeln aus dem Supermarkt nehmen und dann schimpfen, wenn es nicht schmeckt, sondern beim Bauer eine alte Sorte kaufen.

Slow Food steht für gute, saubere und faire Lebensmittel. Was steht noch im Fokus?

Friedenberger: Gerade in Deutschland gehen wir auf Kinder zu. Die Generation der Schulkinder und Jugendlichen hat oft Eltern, die nicht mehr wissen, wie traditionell Lebensmittel gemacht werden, wie gekocht wird, wie ein Tisch gedeckt wird. Essen ist Kultur, nicht Hineinstopfen im Vorbeilaufen.

Wer ist neben Slow Food am Aktionstag noch mit am Günzburger Wätteplatz?

Friedenberger: Der Mitorganisator Armin Hartleitner aus Ziertheim von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft und zur Unterstützung das Mooseum, das Kinderheim St. Clara Gundelfingen und die Initiative Umweltbildung Bayern.

Das Interview führte unserer Mitarbeiterin Sandra Kraus.

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