Donnerstag, 23. Mai 2013

11. Mai 2012 17:15 Uhr

Hochzeit

Deubacher liebt Deubacherin

Leonhard Sailer aus dem Ichenhauser Stadtteil hat sein Herz an Stefanie Dörr aus gleichnamigem Dorf im Main-Tauber-Kreis verloren. Von Peter D. Wagner

Eine Delegation aus Deubach (Ichenhausen) reiste zur standesamtlichen Trauung von Leonhard Sailer und Stefanie Dörr nach Bad Mergentheim und Deubach (Lauda-Königshofen) an.
Foto: Peter D. Wagner

Eine große Hochzeit mit vielen Gästen gibt es in Deubach, nachdem am vergangenen Wochenende in Deubach bereits ein Polterabend mit einer Vielzahl an Gästen stattfand. Ein Deubacher, der eine Deubacherin heiratet, mit Polterabend und Hochzeitsfeier in Deubach – was zunächst nicht ungewöhnlich klingt, hat doch eine besondere Geschichte als Hintergrund. Zum einen stammt Bräutigam Leonhard Sailer aus Deubach, dem kleinsten Stadtteil von Ichenhausen, Braut Stefanie Dörr hingegen aus einem 180 Kilometer entfernten Deubach, dem kleinsten Stadtteil von Lauda-Königshofen (Main- Tauber-Kreis).

Die Geschichte, wie das Hochzeitspaar aus den beiden namensgleichen Ortschaften zueinanderfand, zeigt, was bei einer Freundschaft zwischen zwei Orten herauskommen kann. Beide Deubachs verbindet seit etwa sechs Jahren eine solche Freundschaft. Diese hatte ihren Ursprung im Jahr 2005 auf Initiative von Franz Bucher, dem Vorsitzenden des Krieger- und Soldatenvereins im Ichenhausener Deubach, als dieser bei einem Besuch in dem 100 Einwohner zählenden baden-württembergischen „Daiwi“ Kontakt zu dem dortigen Ortsvorsteher Adelbert Lanig aufnahm und Bürger zur Fahnenweihe einlud.

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Aus diesem Anlass reiste im Mai 2006 eine vielköpfige Abordnung in das etwa 340 Einwohner zählende „Duibi“ bei Günzburg. „Als Gäste seid ihr gekommen, als Freunde geht ihr nun wieder“, gab Bucher damals den Gästen aus dem Taubertal gerührt mit auf den Heimweg. Beim Gegenbesuch einer größeren Delegation aus dem bayerischen Deubach ein Jahr später und auch bei späteren Anlässen konnten die beim ersten Treffen geknüpften Kontakte und die Deubach-Deubacher Freundschaften weiter vertieft werden.

Zu Beginn des damaligen zweitägigen Treffens Anfang Oktober 2007 in „Daiwi“ war noch in keiner Weise abzusehen, dass sich in einem Fall weit mehr als die von Bucher erwähnte Freundschaft entwickeln würde. Erst am Samstagabend nach einer Gedenkfeier, bei der eine Fahnenabordnung der Vereine aus dem bayerischen Deubach dem Soldatengrab und dem Kriegerdenkmal auf dem Deubacher Friedhof die Ehre erwies, begannen sich Steffi und Leo im Laufe einer geselligen Bürgerfeier mit Weinprobe näher kennen zulernen.

Die Braut arbeitet jetzt im Günzburger Kindergarten

Erst eher zaghaft, dann aber zündete es zunehmend mehr – nach diesem Wochenende auch per SMS, E-Mail und Telefon. Und erst recht, als der Bankkaufmann und Landwirt nur kurze Zeit später wieder und ab da regelmäßig zu Gast in „Daiwi“ war, und umgekehrt auch Steffi in seinem „Duibi“.

Nachdem Steffi 2008 ihre Ausbildung als Erzieherin in einem Kindergarten absolviert hatte, fand sie eine Anstellung in Günzburg beim Kindergarten Heilig Geist. Dies nahm sie als Anlass, von dem einen in das andere Deubach zu ziehen.

Um den Familienangehörigen, Freunden und vielen Gästen möglichst gerecht zu werden, hat sich das Brautpaar entschieden, vor einer Woche die standesamtliche Trauung in Bad Mergentheim und den Polterabend in Steffis Heimatort Deubach sowie an diesem Wochenende die kirchliche Trauung und Hochzeitsfeier in Leos Heimat zu feiern.

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