Die 16-jährige Janine Berger misst sich in London bei den Olympischen Spielen. In der Heimat fiebern viele den Spielen entgegen - ihre Karriere begann in der Region. Von Rebekka Jakob


März 2002. Blaue Schleifchen im Haar, blauer Turnanzug, voll konzentriert aufs Gerät. Janine Bergers erster Wettkampf ist ihrer damaligen Trainerin Gerhild Hensel vom TV Günzburg noch gut im Gedächtnis. Auch, weil es gleich ein Erfolg war: Die noch nicht ganz Sechsjährige turnte sich bei ihrem ersten Leistungstest mit mehr als zwei Punkten Vorsprung auf den ersten Platz. Dieses Wochenende steht sie wieder auf der Matte – diesmal legt der Deutsche Olympische Sportbund das Outfit fest. Zehn Jahre nach ihrem ersten Wettkampf misst sich die 16-jährige Bubesheimerin bei den Olympischen Spielen in London mit der Weltspitze. Und daheim werden – wie Trainerin Hensel – viele gebannt zuschauen.
Die Männer des DTB-Teams starten am Samstag in den Wettkampf, die Frauen bereiten sich mit einem intensiven Podiumstraining auf die Mehrkampfqualifikation am Sonntag in der North Greenwich Arena vor. Interviews mit der jüngsten Starterin der deutschen Olympiadelegation gibt es seit dieser Woche keine mehr – die Turner, die seit Montag in London sind, sollen sich auf die Vorbereitung konzentrieren können. Das eine oder andere Lebenszeichen der deutschen Turnriege gab es diese Woche freilich doch – unter anderem auf Facebook, wo beispielsweise der Deutsche Turnerbund Schnappschüsse der Turnerinnen und Turner veröffentlicht hat. Die Stimmung scheint gut zu sein – Janine Berger und ihre Teamkolleginnen strahlen um die Wette in die Kamera.
Vielleicht wird Janine Berger am Sonntag auch mal kurz ins Publikum winken – Mama, Papa und Bruder Yannik werden nämlich in der Halle sitzen und sie anfeuern. Sie machen sich mit dem Auto auf den Weg nach London. „Wir wollen auf jeden Fall dabei sein und ihr die Daumen drücken“, sagt ihre Mutter. Die Nachbarn hatten als Überraschung für Janine Fanclub-T-Shirts bedrucken lassen – die kommen natürlich mit ins Reisegepäck der Bergers.
Dass Janine es mit 16 Jahren zu Olympia geschafft hat, sieht die Mutter als Ergebnis der großen Zielstrebigkeit ihrer Tochter. „Sie will einfach turnen, das war schon immer so.“ Schon das kleine Mädchen im blauen Turnanzug wusste genau, was es wollte. „Damals haben die Trainer beim TV Günzburg die Grundlagen geschaffen“, sagt ihre Mutter. Dem Verein hat Janine Berger – trotz Wechsel zum SSV Ulm – bis heute die Treue gehalten. Kein Wunder, dass ihr deshalb jetzt so viele Günzburger Turner die Daumen drücken.
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