Der ADAC will mit einer Wanderausstellung über Unfalltote junge Menschen für das Thema sensibilisieren. Aktuelle Station ist Günzburg

Günzburg „Ich wollte doch leben!“, scheinen die sechs lebensgroßen Schattenrisse von tödlich verunglückten Verkehrsunfallopfern den Besuchern der Wanderausstellung des ADAC Südbayern zuzurufen. Keine fiktiven Geschichten werden erzählt, sondern das Leben von jungen, fröhlichen Menschen, deren Leben ohne jede Vorwarnung auf der Straße endete.
Nachts nach dem Feiern, Untertags auf dem Weg zur Arbeit. Sich selber überschätzt, nicht angeschnallt, zu unerfahren, zu vertrauensselig bei Freunden eingestiegen, aber auch ein schlichtes „Ich wurde übersehen“, so kamen Benjamin, Jasmin, Sascha, Sarah, Sissi und Roccy im Alter zwischen 15 und 24 Jahren auf bayerischen Straßen ums Leben. Sie saßen am Steuer eines Autos oder eines Mopeds oder vermeintlich sicher auf dem Rücksitz.
Bis zum 17. Februar ist „Schatten – Ich wollte doch leben!“ am Beruflichen Schulzentrum Günzburg zu sehen. Schulleiter Wolfgang Kiesecker will mit der Ausstellung die 1000 Schüler zum Nachdenken anregen.
„In unseren Klassen sind wir immer wieder mit Unfällen konfrontiert, manchmal sogar mit tödlichen Ausgang, auch wenn der Letzte schon eine Weile her ist“, sagte Kiesecker bei der Ausstellungseröffnung mit Gästen aus Kommunalpolitik, Polizei, Notfallseelsorge, Kreisverkehrswacht, Feuerwehr, Fahrschule und Motorclub.
„1093 Fahranfänger haben 2011 im Landkreis den Führerschein zum begleiteten Fahren mit 17 Jahren erworben“, ließ Landrat Hubert Hafner die Zahlen sprechen und stellte den Fahranfängern die Opferzahlen gegenüber. „2010 wurden 677 Verletzte im Landkreis bei Verkehrsunfällen gezählt, neun Menschen starben.“
Die Schattenseiten der Mobilität zeigte auch Josef Kaspar, Vorstandsmitglied des ADAC Südbayern, auf: „Junge Fahranfänger, das sind Personen zwischen 18 und 24 Jahren, haben ein dreimal größeres Risiko im Straßenverkehr zu sterben, als alle anderen Verkehrsteilnehmer.“
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