Landkreis Jetzt ist Willensstärke gefragt. Wer in diesem Sommer einen Ferienjob sucht, stößt vielfach auf Unternehmen, die mit der Wirtschaftskrise zu kämpfen haben. Kurzarbeit, Firmenpleiten und Geschäftsauflösungen erschweren die Suche nach einem Job. Aber das ist kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Die Einstellung zählt.

So zumindest sieht es Ingrid Mallon. Sie leitet die Geschäftsstelle der Agentur für Arbeit in Günzburg. "Positiv an die Sache herangehen", rät sie, auch wenn der Arbeitsmarkt im Augenblick schwierig sei. Denn Mallon weiß, dass Firmen auch in Krisenzeiten überraschend Aufträge an Land ziehen können und dann kurzfristig aber händeringend nach Arbeitern suchen.
Bevor die große Bewerbungstour startet, sollte feststehen: Geht es darum, einmal in ein bestimmtes Berufsfeld zu schnuppern oder müssen die Löcher in der ohnehin leeren Kasse gestopft werden? Kommt körperliche Arbeit in Frage oder Schichten am Wochenende und am Abend? Nach diesen Überlegungen ist die Auswahl der möglichen Unternehmen schon eingeschränkt. Mallon empfiehlt, sich spätestens in den Pfingstferien direkt bei den örtlichen Firmen zu bewerben. Und zwar im besten Fall persönlich. "In kleineren Unternehmen kann man vielleicht kurz mit dem Meister oder dem Chef sprechen", sagt sie. Bei größeren Unternehmen kommt der Weg ins Personalbüro in Frage. Wenn der versperrt bleibt, hilft nur die schriftliche Bewerbung. Unbedingt sollte man beim gewünschten Unternehmen eine Kurzbewerbung hinterlassen, selbst bei einem persönlichen Gespräch.
Schwarz auf weiß kann das Unternehmen dann nachlesen, welche Computer- und Sprachkenntnisse der Bewerber hat und womit er sich sonst noch gut auskennt. Ein nettes Bewerbungsfoto oder ein Passbild wäre auch nicht verkehrt, sagt Mallon.
Sie betont: "Eigeninitiative ist gefragt". Wer also beispielsweise für einige Zeit in einem Altenheim arbeiten will, muss die Häuser in der Umgebung selber abklappern und sich durchfragen. Gleiches gilt für Cafés oder Gaststätten. Während der Biergartenzeit in den Sommermonaten werden hier oftmals Bedienungen gesucht. Saisonarbeiter werden auch in Freizeitparks gebraucht. Schwieriger dürfte es in der Produktion größerer Firmen werden. So steht bislang noch nicht fest, ob bei der Firma Wanzl in Leipheim in diesem Jahr Ferienarbeiter eingestellt werden.
Ralf-Klaus Lorenz von der Personalabteilung sagt: "Die Entscheidung darüber fällt kurz vor den Sommerferien." Günstig, wenn die eigene Bewerbung im Ernstfall ganz oben auf dem Stapel liegt. Bevorzugt werden bei Wanzl, wie auch bei vielen anderen Betrieben, Kinder der eigenen Mitarbeiter in den Ferien eingestellt.
Viele größere Firmen haben wenig Bedarf
Wenig Bedarf an Ferienarbeitern während der Sommerferien hat die Firma Alko-Kober in Kötz gemeldet. Der Leiter Personalwesen Deutschland des Unternehmens, Sascha Brunnhuber, sagt, dass Ferienjobber hier eher über die Osterzeit oder in den Pfingstferien gesucht werden.
Und auch die Firma Kögel in Burtenbach wird im Sommer wohl ohne Ferienarbeiter auskommen. Personalreferentin Anna Hugel sagt: "Wir haben Betriebsruhe im August." Ohnehin würden hier nur ganz selten Ferienarbeiter gebraucht. Im vergangenen Jahr kam die Firma weitgehend ohne sie aus.
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