Sonntag, 19. Mai 2013

17. April 2012 16:32 Uhr

Blutspender in Burgau geehrt

Ein Zeichen gegen den Egoismus

In der Burgauer Kapuziner-Halle wurden jetzt 130 Blutspender aus der Region ausgezeichnet. Durch ihr Engagement werden sie für andere zu Lebensrettern. Von Irmgard Lorenz

Dass nicht nur Unfallopfer, sondern vor allem schwer kranke Menschen und Patienten bei Operationen mit den lebensnotwendigen Blutkonserven versorgt werden können, dazu tragen auch viele Blutspender im Landkreis Günzburg bei. Im vergangenen Jahr waren es im Landkreis 2076 Menschen, die mit 6517 Spenden dazu beitrugen, den täglichen Bedarf von rund 2400 Blutkonserven in Bayern zu sichern. Viele von ihnen kommen regelmäßig zu den Terminen des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK), 23 ganz besonders treue Spender aus dem Landkreis wurden jetzt in Burgau geehrt.

Als eindrucksvolles Zeichen von Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe würdigte Dr. Franz Weinauer, der Geschäftsführer des Blutspendedienstes des Bayerischen Roten Kreuzes, die oft jahrzehntelange Spendenbereitschaft von 130 Männern und Frauen aus den Landkreisen Günzburg, Donau-Ries, Augsburg- Land und Neuburg Schrobenhausen, die am Montag in der Burgauer Kapuzinerhalle für jeweils 75, 100 oder gar 125 Blutspenden geehrt worden sind. Paul Wengert, Vizepräsident des BRK und SPD-Landtagsabgeordneter, bezeichnete die freiwillige und unentgeltliche Spende von rund jeweils rund einem halben Liter des roten Lebenssaftes als „gute Tat am Nächsten“ und nannte die treuen Blutspender „Teil der wohl größten Bürgerinitiative Bayerns“. Auf die kurze, prägnante Formel „Blutspender sind Lebensretter“ brachte Dr. Josef Langenbach als stellvertretender Landrat seine Anerkennung. Ebenso wie die anderen Redner bezog er auch die rund 150 ehrenamtlichen des Günzburger BRK in seinen Dank ein, die allein im Landkreis Günzburg zusammen mit zwei hauptamtlichen Kräften im vergangenen Jahr bei 62 Terminen dafür sorgten, dass alles reibungslos klappt.

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Wengert war nicht der einzige Redner, der die Geehrten in Burgau bat, weiter Blut zu spenden und vor allem bei jüngeren Menschen für die Blutspende zu werben. „Der BRK- Blutspendedienst wäre nichts ohne Sie“, versicherte der schwäbische Regierungspräsident Karl Michael Scheufele den 130 Gästen in Burgau, „Sie setzten ein gewaltiges Zeichen gegen den Egoismus, dauerhaft und selbstlos.“

Voller Stolz verwies der Burgauer Bürgermeister Konrad Barm, der auch Schatzmeister des BRK-Kreisverbandes Günzburg ist, auf die Sonderauszeichnung 1. Platz in der Gewinnung und Betreuung von Blutspendern, die der Günzburger Kreisverband 2011 bekommen hat. Verpflegt wurden die Gäste durch die BRK-Bereitschaft aus Burgau. „Wir machen etwas Besonderes“, habe er sich gedacht, sagt Benjamin Reisch, Bereichsleiter Blutspende beim BRK Günzburg. 18 Ehrenamtliche haben den Speiseplan entworfen, es gab Naturschnitzel an Sahnehäubchen.

Für 125-maliges Spenden wurde auch der Dürrlauinger Lorenz Beh ausgezeichnet. „Als Metzger hat man sich schnell geschnitten“, sagt Beh. Deshalb wollte er in jungen Jahren wissen, welche Blutgruppe er hat. Also ging Beh vor 40 Jahren zum ersten Mal zur Blutspende. Dass er regelmäßig spendet, habe mehrere Gründe. Beh schätzt es, dass er so durch regelmäßige Blutuntersuchungen über seinen Gesundheitszustand informiert ist - und dass er kranken oder verletzten Menschen mit seinem Blut helfen kann. Wie dringend Blutkonserven gebraucht werden, erfuhren Beh und seine Ehefrau vor 25 Jahren bei der Geburt von Sohn Thomas, als seine Frau Georgine bedrohlich viel Blut verloren hatte.

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