Montag, 23. Oktober 2017

13. Oktober 2017 06:00 Uhr

Günzburg

Elektrogeräten eine Seele geben

Mit dem Film „Kommen Rührgeräte in den Himmel?“ und  stand das Thema Nachhaltigkeit bei den AOK-Gesundheitswochen im Mittelpunkt . Von Peter Wieser

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Wie sieht es bei Elektrogeräten tatsächlich mit der Nachhaltigkeit aus? Bei der Diskussion im Bild von links: Moderator Walter Kaiser zusammen mit Dieter Schwarz (Expert Schwarz), Wolfgang Szdzuy (L&N Recycling), Christine Hengeler (Stadt Günzburg) und Anton Fink (Kreisabfallwirtschaft).
Foto: Peter Wieser

Er war am Mittwoch ebenfalls da: Der legendäre RG 28, ein Rührgerät – bei uns eher bekannt unter der Bezeichnung „Mixer“ – hergestellt im Elektrogerätewerk Suhl. Zu damaligen Zeiten war dieses in fast jedem Haushalt der ehemaligen DDR zu finden. Im Rahmen ihrer Gesundheitswochen präsentierte die AOK Günzburg in Kooperation mit der Stadt Günzburg und der Sparkasse Günzburg-Krumbach im Kino Biigz den Dokumentarfilm „Kommen Rührgeräte in den Himmel?“ Der Erlös kam dem neuen Caritas-Gebrauchtwarenzentrum in Leipheim zugute. Dass dieses Mal etwas weniger Besucher kamen, lag vielleicht auch an der etwas schwerer verdaulichen Thematik als im vergangenen Jahr beim Film „Voll verzuckert“. In dem Film um die Rührgeräte geht es um Nachhaltigkeit, und er soll zum Nachdenken anregen.

Früher „unkaputtbar“

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Zum Inhalt: Carmen studiert in Jena. Nachdem ihr Mixer nach kurzer Zeit seinen Geist aufgegeben hat, ersteht sie auf dem Flohmarkt den „RG 28“, der auch nach Jahrzehnten noch einwandfrei funktioniert. Um hinter das Geheimnis einer derartigen Langlebigkeit zu kommen, trifft sie sich mit Menschen, die das Gerät entwickelt, zusammengebaut und sich mit ihm identifiziert haben. Bei einer Umfrage findet sie nicht nur heraus, dass dieser nach 40 Jahren in manchen Haushalten immer noch zu finden ist, es wird auch klar: Der RG 28 wurde nicht produziert, um wenige Zeit später durch ein neues Gerät ersetzt zu werden. Was früher „unkaputtbar“ war, lässt sich heute nicht einmal mehr öffnen, um möglicherweise repariert werden zu können. Schätzen wir überhaupt noch den Wert unserer Erzeugnisse, die wir einmal geschaffen haben? Kauf nach Design, das stete Erwecken nach unnötigem Bedarf durch die Werbung, aber auch oft wesentlich billigere Arbeitsprozesse im Gegensatz zu teurem Recycling spielen dabei die große Rolle. Kaufen macht eben auch glücklich.

Was sagten am Mittwoch Christine Hengeler (Stadt Günzburg), Dieter Schwarz (Expert Schwarz Günzburg) Anton Fink (Werkleiter Kreisabfallwirtschaft) und Wolfgang Szdzuy (Geschäftsführung L&N Recycling) dazu? Walter Kaiser, der frühere Redaktionsleiter der Günzburger Zeitung, der die anschließende Diskussionsrunde moderierte, brachte es gleich auf den Punkt: Werden die heutigen Dinge gleich auf Verschleiß hin produziert? Dass die Geräte vor 40 Jahren zwar nicht technisch, dafür aber mechanisch besser gewesen seien, daran ließ Dieter Schwarz keinen Zweifel. Und dass im Landkreis bei den Mengen an Elektroschrott eine Steigerung zu verzeichnen sei, bestätigte auch Anton Fink. „Wenn wir keine Beziehung zu den Geräten haben, dann schmeißen wir sie weg“, sagte Christine Hengeler. Klar, wer lässt schon das kaputte Gerät reparieren, wenn ein neues billiger ist? Würde eine Art Dosenpfand auf oder eine Kennzeichnungspflicht für Geräte helfen, um eine Wiederverwendung nach dem Recyceln zu sichern?

Der Konsument entscheidet

Am besten erkundige man sich wohl gleich beim Kauf eines Gerätes, ob es auch Ersatzteile gebe, stellte eine Besucherin fest. Besser noch: Ob es auch repariert werden könne, fügte Dieter Schwarz hinzu. Klar ist: Es ist der Konsument der letztlich entscheidet, ob er ein langlebiges und reparables Gerät kauft oder ein Billigprodukt, für das allein schon wegen des geringen Preises gar kein Bezug aufgebaut werden kann.

Eines blieb am Ende der Diskussion allerdings offen: Kommen nun Rührgeräte am Ende ihres Elektrolebens, nach Recycling oder der Reise durch die Müllverbrennungsanlage, in den Himmel oder nicht? Eine Seele werden auch Elektrogeräte keine haben, doch man kann ihnen eine geben: Mit Wertschätzung und wenn man einen Bezug zu ihnen hat.

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