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15. Oktober 2010 06:29 Uhr

Es bleibt schwer, an eine staatliche Förderung zu kommen

Berlin/Günzburg Die Erhaltung der Artenvielfalt ist mindestens ebenso wichtig wie der Klimaschutz, erfuhr Dr. Bernhard Lohr, Vorsitzender des Günzburger Vereins "Faszination Regenwald", aus dem Mund von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Als Gast eines Symposiums der CDU/CSU-Fraktion zum Thema Biodiversität und Klimaschutz in Berlin verfolgte Lohr eine Rede der Bundeskanzlerin zum Naturschutz angesichts der bevorstehenden UN-Gipfel in Nagoya und in Cancun. "Beim Thema biologische Vielfalt geht es um unsere Lebensgrundlagen. Aber leider geht der Artenschwund ungebremst weiter" sagte die Bundeskanzlerin.

Umweltschutz und Entwicklungshilfe

Der Minister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Dirk Niebel, betonte laut Lohr ebenfalls, wie wichtig die Abstimmung und Verflechtung von Umweltschutz und Entwicklungshilfe ist. Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen führte aus, dass die Bundesregierung jährlich 120 Millionen Euro im Rahmen der internationalen Klimaschutzinitiative ausgibt.

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Nach diesen deutlichen Aussagen der Politiker, die die Bedeutung des Arten- und Klimaschutzes betonten, ging Lohr mit seinen Kollegen von "Fans for Nature e.V." und "Lebensraum Regenwald e.V." sehr positiv gestimmt in ein Gespräch mit dem Leiter des deutschen Büros der internationalen Klimaschutzinitiative. Extra zu diesem Gespräch kam der Wiederaufforstungsexperte und Ökologe, Ishak Yassir, aus Indonesien angereist. Ishak Yassir wurde von Lohr und dem Vorsitzenden seines Partnervereins "Fans for Nature", Helmut Huber, vor drei Jahren als Geschäftsführer der von Lohr und Huber in Borneo gegründeten Stiftung ALT engagiert.

Das Projekt "Meratus darf nicht sterben", für das sich Lohr und seine Kollegen engagieren, dient sowohl entwicklungspolitischen Zielen als auch dem Klima- und dem Artenschutz. Das Herzstück dieses Projektes ist die Wiederaufforstung von abgeholzten Regenwaldflächen angrenzend zu noch intaktem Regenwald. Die bitterarme einheimische Bevölkerung, die aus purer Not illegalen Holzeinschlag und Brandrodung betreibt, soll nach den Plänen der Naturschützer zu Gärtnern eines neuen Regenwaldes gemacht werden. Durch Arbeit in den Wiederaufforstungsmaßnahmen sollen die Ureinwohner in der Meratus-Region in Zukunft ihre Familien ernähren können. Damit würde die Brandrodung noch intakter Regenwaldflächen verhindert und neuer Regenwald geschaffen werden. Dies brächte dem Klimaschutz eine doppelte Dividende: Zum einen werden der Atmosphäre pro Hektar nicht abgebrannten Regenwaldes 200 Tonnen an CO2-Emissionen erspart. Zum anderen bindet jeder Hektar an wieder aufgeforstetem Regenwald 30 Tonnen CO2 pro Jahr. Da der tropische Regenwald das mit großem Abstand artenreichste Landökosystem der Erde ist, dient der Erhalt des Meratus-Regenwaldes den, gemäß der Kanzlerin, zwei wichtigsten umweltpolitischen Zielen: dem Klima- und dem Artenschutz.

Auf Vermittlung des CSU-Bundestagsabgeordneten Karl Hohlmeier konnte die Gruppe von Regenwaldschützern ihr Projekt der Vorsitzenden des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung des Deutschen Bundestages, Dagmar Wöhrl, vorstellen. Die einflussreiche CSU-Politikerin versprach Lohr und seinen Kollegen, das Projekt politisch und eventuell auch finanziell, mit Mitteln aus ihrer eigenen Stiftung, zu unterstützen.

Unterstützung aus der Bevölkerung bleibt die Basis

Trotz dieses Rückenwindes aus Berlin mussten die Umweltschützer allerdings feststellen, dass es für ehrenamtlich gemanagte Vereine sehr schwer ist, die meist langwierigen und komplizierten Antragsverfahren beim Umweltministerium erfolgreich umsetzen zu können. Aus diesem Grund ist und bleibt die wichtigste Basis für Lohr und seine Kollegen die Unterstützung der Bevölkerung in ihren jeweiligen Heimatregionen. (zg)

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