Donnerstag, 29. Juni 2017

15. November 2013 10:32 Uhr

Gundremmingen

Evakuierungszone im Ernstfall offenbar zu klein

Laut der Anti-Atom-Organisation „Ausgestrahlt“ ist die Evakuierungszone bei einem Unfall in Gundremmingen zu klein. Sie soll auf 20 Kilometer ausgeweitet werden. Knapp 200.000 Menschen wären dann betroffen.

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Bei einem Atomunfall im Kernkraftwerk Gundremmingen soll die Evakuierungszone angeblich auf einen 20-Kilometer-Radius erhöht werden.
Foto: Peter von Neubeck

Bei einem Atomunfall im Kernkraftwerk Gundremmingen reicht die bisher vorgesehene Evakuierungszone von zehn Kilometern möglicherweise nicht aus. Wie die Anti-Atom-Organisation „Ausgestrahlt“ (Hamburg) mitteilt, müssen die Katastrophenschutzbehörden demnächst für viermal größere Gebiete als bisher Evakuierungspläne ausarbeiten.

„Eine entsprechende Empfehlung will die Strahlenschutzkommission des Bundes demnächst verabschieden“, teilt „Ausgestrahlt“-Sprecher Tobias Darge mit. Das habe der Vorsitzende der Strahlenschutzkommission, Professor Wolfgang Müller, bestätigt, sagte Darge auf Anfrage.

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Knapp 200.000 Menschen müssten evakuiert werden

Die Evakuierungszonen rund um Gundremmingen sollen von zehn auf 20 Kilometer ausgedehnt werden. Demnach müssten bei einer Nuklear-Katastrophe etwa 196.000 Menschen statt bisher rund 43.000 evakuiert werden. Der 20-Kilometer-Radius reiche bis nach Giengen und Höchstädt. Auch Bürger im gesamten Günzburger Stadtgebiet müssten evakuiert werden.

„Ausgestrahlt“ fordert, dass die Innenminister von Bund und Ländern die Ausweitung der Evakuierungszonen und Absenkung der Grenzwerte in ihrer Dezember-Konferenz beschließen sollten.

Veraltete Katastrophenschutzpläne für Gundremmingen?

Die atomkritische Ärzteorganisation IPPNW hatte bereits vor einem Jahr darauf hingewiesen, dass die Katastrophenschutzpläne bei einem Unfall im Gundremminger Kernkraftwerk veraltet seien. Bei einem Gau machten radioaktive Spaltprodukte nicht an einer 25-Kilometer-Grenze rund um das Kraftwerk halt.

In diesem Fall würden Gebiete in bis zu 170 Kilometern Entfernung verstrahlt. Das Bundesamt für Strahlenschutz hatte der Organisation recht gegeben. Eine Sprecherin sagte: „Wir haben empfohlen, dass die bisherigen Planungen nach Fukushima kritisch überprüft und weiterentwickelt werden sollten.“

Risikostudie sieht gravierende Sicherheitsmängel in Gundremmingen

Es ist bereits die zweite Meldung zum Kernkraftwerk Gundremmingen, die in dieser Woche für Aufsehen sorgt. Zuvor hatten die Autoren einer Risikostudio von gravierenden Sicherheitsmängeln in der Anlage berichtet und die geplante Leistungserhöhung als "nicht genehmigungsfähig" bezeichnet. bv, drs

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