Bei dem Feuer im Sägewerk in Behlingen hat ein Nachbar viel Mut bewiesen. Der Mann versuchte Schlimmeres zu verhindern. Von Rebekka Jakob


Viel Mut hat ein Nachbar des Behlinger Sägewerks bewiesen: Er entdeckte nicht nur das Feuer, das dort in der Dienstagnacht ausgebrochen war, sondern versuchte auch noch, Schlimmeres zu verhindern. Trotzdem entstand bei dem Feuer hoher Sachschaden. Die Polizei geht von Brandstiftung aus.
Kurz nach 22 Uhr hatte der Nachbar das Feuer auf der Südseite des Sägewerks entdeckt und sofort gehandelt: Während seine Tochter den Notruf wählte, um die Polizei zu verständigen, rannte er zum Brandherd, einer brennenden Gitterbox, in der sich Holzabfälle befanden. „Er versuchte, mit einem Gabelstapler die brennende Box zu beseitigen“, so ein Polizeisprecher. Das Feuer hatte sich jedoch mittlerweile unter dem Hallenvordach ausgebreitet – über die gesamte Hallenbreite von 30 Metern schlugen die Flammen aus dem Dach.
Feuerwehren hatten gerade erst gemeinsam geübt
Insgesamt 197 Feuerwehrleute kamen zur Brandstelle – die Feuerwehren Behlingen, Burgau, Egenhofen, Ettenbeuren, Ichenhausen, Langenhaslach, Unterrohr und Wettenhausen waren gemeinsam im Einsatz.
Erst vor Kurzem hatten Feuerwehren aus dem Kammeltal übrigens gemeinsam in Ettenbeuren eine Leistungsprüfung durchgeführt – „der Ernstfall macht nicht an der Ortsgrenze halt“, hatten die Verantwortlichen damals gesagt.
Die Feuerwehrleute konnten durch ihr rasches Einschreiten ein Ausbreiten des Brandes auf die komplette Halle verhindern. „Der Schaden ließ sich dadurch auf die südliche Hallenseite mit Vordach, Teile des Hauptdachs und das darunter befindliche Holzlager begrenzen“, so die Polizei. Dennoch liegt die Schadenshöhe bei etwa 150 000 Euro.
Verletzt wurde durch den Brand niemand, so die Polizei, lediglich einer der Brandmelder schnitt sich beim Einschlagen der Scheibe des Feuermelders in den Daumen.
Der Kriminaldauerdienst Memmingen und später die Kripo Neu-Ulm nahmen die Brandermittlungen auf und kamen schnell zu dem Ergebnis: Es muss Brandstiftung gewesen sein. „Blitzschlag, Selbstentzündung und eine technische Ursache können definitiv ausgeschlossen werden“, so Kripo-Sprecher Ulrich Feistle. Konkrete Täterhinweise gebe es zurzeit noch nicht – die Polizei setzt dazu auf die Auswertung der Tatortspuren und hofft auf Zeugen, die Hinweise geben können.
Zeugenaufruf Wer hat am Dienstag vom Spätnachmittag an im Bereich Behlingen Beobachtungen gemacht? Erreichbar ist die Kriminalpolizei Neu-Ulm unter Telefon (0731) 80130.
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