Oberbürgermeister Jauernig dementiert Gerüchte, er würde in den Landtag wechseln. Von Georg Schalk

Wechselt Oberbürgermeister Gerhard Jauernig (SPD) in den Landtag? Seit Tagen kursiert in Günzburg und darüber hinaus das Gerücht, der 43-Jährige strebe parteiintern eine neue Herausforderung an. Übrigens nicht das erste Mal: Vor einigen Wochen hat das in Augsburg erscheinende Monatsmagazin Augsburg Journal berichtet, Jauernig sei ein Kandidat der Sozialdemokraten für das Amt des Oberbürgermeisters in der Fuggerstadt. Gestern nun das klare Dementi: „Ein Wechsel in die Landespolitik oder als OB-Kandidat in Augsburg stand und steht für mich nie zur Debatte“, sagte Jauernig auf Anfrage.
Er sei mit Leib und Seele Günzburger, meinte der verheiratete Familienvater, der in Reisensburg wohnt. „Ich möchte auch in den nächsten Jahren aktiv und an erster Stelle daran arbeiten, unser Günzburg zu gestalten.“ Wenn seine Partei, die SPD, ihn wieder nominiere, so erkläre er hiermit ganz klar, 2014 wieder zu kandidieren. Es wäre dann seine dritte Amtsperiode.
Als Vorsitzender des Städtetages gut vernetzt
Woher die Gerüchte kommen, wer sie streut und warum, kann sich der Günzburger Rathauschef nicht erklären. Vielleicht liege es daran, dass er seit vier Jahren Vorsitzender des Bayerischen Städtetages in Schwaben und Mitglied des Vorstands des Bayerischen Städtetages ist. „Da hat man gute Kontakte zu Behörden sowie auf Landtag- und Landesebene, was ein großer Vorteil für Günzburg ist“, so Jauernig. Unter Umständen wird dieser „enge Draht“ dahin gehend gedeutet, dass er „noch was werden“ wolle. Zudem ist es ein offenes Geheimnis, dass der Günzburger SPD-Oberbürgermeister einen guten Job macht. Da die Personaldecke bei den Genossen in Bayern aber nicht allzu dick ist, fällt folglich immer mal wieder der Name Jauernig. Dass er im Fokus ist, hat auch mit der Tatsache zu tun, dass der Günzburger ein gutes Verhältnis zum Münchner Oberbürgermeister Christian Ude (ebenfalls SPD) hat, dem Gegner von Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) bei der nächsten Landtagswahl.
Jauernig hat die Gerüchte, die immer mal wieder auftauchen und sich am Mittwochabend verdichteten, vernommen. Er dementiert. Und er holt etwas weiter aus. „Das Schöne an der Kommunalpolitik ist, dass zwischen Idee und Umsetzung oft nur ein kurzer Zeitrahmen liegt und dass man in einer Stadt wie Günzburg Kommunalpolitik unabhängig von Parteizugehörigkeit erleben kann.“ Dabei gelte für ihn, Jauernig, der Grundsatz: Die Qualität des Gedankens und nicht der Ort der Herkunft wird bewertet. „Das unterscheidet die Kommunalpolitik in großem Maße von der Politik auf Landes- und Bundesebene.
„Es ist eine unheimlich schöne Aufgabe, Oberbürgermeister in Günzburg zu sein. Eine Aufgabe, die nicht in jeder Situation Spaß, aber jeden Tag doch aufs Neue Freude macht“, ergänzt der Reisensburger. In seinen zehn Jahren als OB sei in Günzburg viel bewegt worden. Dinge seien angestoßen und zahlreiche Projekte erfolgreich abgeschlossen worden, resümiert er.
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