Freitag, 15. Dezember 2017

07. Dezember 2017 06:00 Uhr

Günzburg/Leipheim

Günzburg sagt Nein

Auf dem Zweckverbandsgelände Areal Pro soll ein weiteres Industriegebiet von 16 Hektar ausgewiesen werden. Warum die Große Kreisstadt dagegen ist.

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Auf dem Areal Pro soll ein weiteres Industriegebiet ausgewiesen werden.
Foto: Bernhard Weizenegger

Manchmal kommt die Große Kreisstadt in eine recht komische Lage – dann nämlich, wenn sie plötzlich auf zwei Seiten eines Problems steht. Zum Beispiel, als Bauherr eines Altenheims und gleichzeitig als Baugenehmigungsbehörde, wie das am Dienstagabend in der Sitzung des Bauausschusses der Fall war. Hier gab’s allerdings keine Frage: Die Stadträte haben dem von ihnen selbst so gewünschten Bau gerne einstimmig abgesegnet. Etwas schwieriger wurde es dann aber bei einem anderen Punkt: Als Teilhaber des Zweckverbands Interkommunales Gewerbegebiet Areal Pro – und als Stadt, die unter Verkehrsproblemen leidet. In diesem Fall entschied man in Günzburg für die Stadt – und gegen ein weiteres Industriegebiet auf dem ehemaligen Fliegerhorstgelände.

Diese Fakten lagen auf dem Ratstisch: Westlich des Bebauungsplans Nummer 6 mit Namen „Südwestlich der Rollbahn“ soll mit einem weiteren, siebten Bebauungsplan ein zusätzliches, 16 Hektar großes beschränktes Industriegebiet ausgewiesen werden. Denn die Nachfrage auf dem Interkommunalen Gewerbegebiet ist nach wie vor da, obwohl schon große Teile des Areals entwickelt wurden. „Ich möchte die Entwicklung dieses Gebietes bewusst als Erfolgsgeschichte bezeichnen“, so Oberbürgermeister Gerhard Jauernig. Die Entscheidung, sich gemeinsam mit dem Landkreis, der Stadt Leipheim und der Gemeinde Bubesheim an dem Gewerbegebiet zu beteiligen, habe sich nicht nur angesichts mehr als 1000 geschaffener Arbeitsplätze gelohnt.

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Der Verkehr ist das Problem

Allerdings stand von Anfang an die Frage nach der Verkehrsproblematik im Raum. Das vor sieben Jahren von den Beteiligten beschlossene städtebauliche Entwicklungskonzept definiert drei Stufen der Entwicklung, die mit erforderlichen Infrastrukturmaßnahmen gekoppelt sind: Demnach war bis 30 Hektar entwickelter Fläche die Südumfahrung Leipheim als Erschließung ausreichend, ab 50 Hektar ist zusätzlich die Querspange Staatsstraße 2020 zur B16 und der Anschluss zur A8 vorgesehen. Ab 90 Hektar in der dritten Stufe sieht das Konzept auch noch eine Nord-Süd-Spange als Brücke über die Autobahn zwischen der Staatsstraße und dem Konversionsgebiet vor. Bereits die vorhandenen Bebauungspläne haben eine Gesamtfläche von 94,7 Hektar – weitere 16 Hektar würden den Rahmen der Stufe drei bereits deutlich überschreiten. Die im Konzept vorgesehenen Erschließungsstraßen sind jedoch noch lange nicht geschaffen.

Und es gibt eine weitere Befürchtung in Günzburg: Der Zweckverband habe Mitte November beschlossen, dass der Verband selbst nicht als Bauherr für die Straßen zur Verfügung stehe, sondern als „Austauschforum“. Es stehe zu Befürchten, dass der Zweckverband sich aus der Angelegenheit Verkehrsentwicklung zurückziehe und das Problem auf die Kommunen verlagere. Der Stadt bleibe also gar nichts anderes übrig als den Bebauungsplan in Gänze abzulehnen – so lange zumindest, bis die Frage nach der Verkehrsentlastung gelöst ist. „Die Entwicklung auf dem Areal Pro ist von uns begrüßt und gewollt, aber wir sind auch in der Pflicht, dass wir entsprechende Verkehrsanbindungen einfordern. Und das ist für mich der A8-Anschluss in Höhe Bubesheim“, so Oberbürgermeister Jauernig. „Wir müssen als Günzburg so handeln“, stimmte auch Simone Riemenschneider-Blatter zu (SPD) zu.

Es gibt Alternativen

Die Ablehnung des Bebauungsplans erfährt einen Zusatz L er soll dem Zweckverband die Möglichkeit geben, „auf rechtlich verbindliche Weise sicherzustellen, dass kein Lkw-Verkehr der anzusiedelnden Firmen die Ortsdurchfahrten der Stadt Günzburg benutzt“. Mit diesem Zusatz könne er der Ablehnung zustimmen, so Thomas Ermer (CSU), rundweg abgelehnt hätte er ihn nicht. Ermer benutzt die Strecke jeden Tag und berichtete im Bauausschuss: „Die Ertüchtigung der GZ 4 funktioniert erstaunlich gut.“ Er sehe den Autobahnanschluss nicht als das „Wunder, das alle Probleme löst“, brachte aber eine weitere Möglichkeit ins Spiel: „Vom Kreisverkehr wären es nur 50 Meter auf die Autobahn. Ein Anschluss bei Bubesheim ist nicht die einzige Lösung.“ Die Alternative über den Kreisel hätte eine echte Chance auf Realisierbarkeit, stimmte auch Jauernig zu.

Einstimmig lehnte der Günzburger Bauausschuss damit den Bebauungsplan Nummer sieben „Südwestlich der Rollbahn“ II ab – bis auf Weiteres.

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