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07. Februar 2009 10:30 Uhr

Handy und Internet: Mobbing macht Schule

Wettenhausen Mobbing über Handy und Internet - mit diesem immer mehr um sich greifenden Phänomen haben sich Schüler und Lehrer des St. Thomas-Gymnasiums in Wettenhausen befasst. Als Experte war der Medienpädagoge Karl-Hermann Werner aus Wehringen zu den Sechst- bis Zehntklässlern gekommen. Von Andrea Linder

Handy und Internet: Mobbing macht Schule
Foto: ALFA

"Meine Freundin wurde von ihren Kumpels im Internet öffentlich bloßgestellt und beschimpft", berichtet eine 13-jährige Schülerin. Von hinten kommt der Einwurf: "An der Schule meiner Schwester haben sie einen Lehrer im Netz fertig gemacht. Der hat sich fast nicht mehr ins Schulhaus getraut."

Zunächst eher harmlos anmutende "Lehrer-Benotungen" im Internet werden nicht selten zu wahren Mobbing-Aktionen und regelrechten Treibjagden. Besonders im Blickpunkt steht dabei das "Cyber-Bullying" - Lehrer und Schüler werden heimlich mit dem Handy gefilmt und fotografiert, um das "Material" dann - selbstverständlich versehen mit "passenden" Titeln und Bemerkungen - online zu stellen. Der Hinweis, dass es sich dabei um Straftaten handelt, bringt Bewegung in den Raum.

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Das habe man "so nicht gewusst", selbstverständlich aber auch selbst noch nicht gemacht, kommt es aus flüsternden Schülermündern. "Aber natürlich habe ich mir so etwas von einer anderen Schule schon einmal angeschaut. Ist doch ganz witzig", erklärt ein Zwölfjähriger. Eine Einschätzung, die Betroffene - ob nun Lehrer oder gemobbte Mitschüler - nicht teilen. Derlei ist und bleibt auch eine Straftat, selbst wenn Filme und Fotos nicht über das Internet, sondern "nur" von Handy zu Handy geschickt werden.

Auch der Referent berichtet von seinen Erfahrungen. Nicht nur in Sachen Mobbing. "80 Prozent der von Pädophilen verübten Straftaten gehen von Kontakten über das Internet aus", erklärte er. Im Saal des Gymnasiums ist es ganz ruhig. Es herrscht spürbare Beklemmung, als Werner von jungen Mädchen aus der näheren Umgebung berichtet, die sich mit vermeintlich gleichaltrigen Chat-Partnern treffen wollten, und letztendlich von fast 50-jährigen pädophilen Männern vergewaltigt wurden.

Auch die Jugendlichen haben Freunde und Verwandte, die sich mit Fotos, Handynummer und Wohnort im Internet präsentieren. Genau diese Punkte sind Schulleiter Albert Reile besonders wichtig: "Wir müssen darüber aufklären, was die Einzelnen sich selbst mit ihren Darstellungen und Kommunikationen antun können."

Referent Werner weist schließlich darauf hin, dass solche "Internet-Auftritte" unter anderem auch von potenziellen Arbeitgebern genutzt werden, um Bewerber zu sondieren.

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