Ein Leipheimer ist am Samstagabend von einem ICE erfasst worden und liegt mit schwersten Verletzungen im Augsburger Klinikum. Nun hat die Polizei die Ermittlungen aufgenommen. Von Georg Schalk
Was hat sich da am vergangenen Samstagabend in der Nähe des Burgauer Bahnhofes genau abgespielt? Fakt ist, dass ein ICE um 19.42 Uhr einen 19-Jährigen, der sich in der Nähe des Bahngleises befand, erfasste. Der 19-Jährige überlebte, wurde allerdings lebensgefährlich verletzt. Er wird seitdem im Augsburger Zentralklinikum intensivmedizinisch behandelt. Nach Informationen unserer Zeitung stammt er aus Leipheim und hatte am Nachmittag den Faschingsumzug in Haldenwang besucht. Die Bundespolizei Augsburg ermittelt.
Samstagabend, Burgauer Bahnhof. Es ist kurz vor 19.45 Uhr, als sich ein ICE nähert. Der Schnellzug fährt an dieser Stelle etwa 160 Stundenkilometer schnell. Plötzlich bemerkt der Lokführer einen Schlag gegen die Lok. Gesehen hat er nichts. Es ist stockdunkel. Er leitet eine Schnellbremsung ein. Als der ICE steht, steigt der Lokführer aus und sucht den Bereich ab. Er findet unweit des Bahnhofs einen jungen Mann neben den Gleisen liegend. Der Unbekannte ist schwer verletzt. Sofort werden die Rettungskräfte verständigt. Rettungswagen und Notarzt rücken an, ein Streifenwagen der Polizeiinspektion Burgau eilt herbei, die Bahnpolizei in Augsburg wird verständigt. Auch die Freiwillige Feuerwehr Burgau wird alarmiert. Sie soll die Bahnstrecke Ulm-Augsburg ausleuchten. Es ist 20.12 Uhr.
Zahlreiche Brüche an den Beinen und eine Kopfverletzung
Die Rettungskräfte versorgen den Schwerverletzten und bringen ihn auf schnellstem Wege ins Augsburger Klinikum. Er soll zahlreiche Brüche an den Beinen und eine schwere Kopfverletzung erlitten haben. Ob der 19-Jährige gestern noch in Lebensgefahr schwebte, konnte Jochen Schultheiß, stellvertretender Sprecher der Bundespolizei in Nürnberg, auf Anfrage unserer Zeitung am Dienstag nicht sagen.
Was hatte der junge Mann in der Nähe der Gleise zu suchen gehabt? Wollte er sich etwa das Leben nehmen und ist gegen den Zug gelaufen? Oder war er ortsunkundig und nur einen Moment lang nicht aufmerksam? Fragen, auf die Ermittler nun eine Antwort finden wollen. „Die Ermittlungen laufen. Noch kann man nicht sagen, ob es ein Unfall war oder ein versuchter Suizid“, so Polizeisprecher Schultheiß.
Nach Informationen unserer Zeitung gehen die Beamten derzeit aber eher davon aus, dass es sich um einen tragischen Unglücksfall handelt. Danach soll der junge Leipheimer am Nachmittag den Faschingsumzug in Haldenwang besucht haben. Dort hat er wohl auch Alkohol getrunken. Seine Eltern wollten ihn offenbar abends am Burgauer Bahnhof abholen. Der 19-Jährige könnte über einen Feldweg Richtung Burgau gelaufen sein und sich dann an den Bahngleisen orientiert haben. Entlang der Schienen wollte er wohl ein Stück Richtung Bahnhof laufen. Dann erfasste ihn der Zug. Das wäre eine nachvollziehbare Variante. Es könnte aber auch ganz anders abgelaufen sein. Das herauszufinden, ist nun Sache der Polizei.
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