Kötzer Bürgermeister: „Er soll nicht Bahn überflüssig machen“
Kötz Die Gemeinde Kötz will sich beim Flexibus in den „Knoten Günzburg-Leipheim-Bibertal-Bubesheim-Kötz“ einbinden. Dies wurde in der ersten Gemeinderatssitzung des neuen Jahres einstimmig beschlossen, wenngleich einige Fragen offenblieben. Ist eine Verknüpfung mit der Nachbarstadt Ichenhausen möglich? Und wer trägt die Kosten, wenn das vom Freistaat vorerst zu 70 Prozent geförderte Pilotprojekt ausläuft? Nicht ganz einfach dürfte nach Einschätzung des Kötzer Bürgermeisters Ernst Walter auch die Vergabe der Lizenzen sein, denn die Gemeinde Kötz wird von drei verschiedenen Busunternehmen bedient.
70 Prozent Förderung durch den Freistaat in den ersten drei Jahren des Pilotprojekts, weitere 15 Prozent vom Landkreis, sodass die Kommunen lediglich 15 Prozent des entstehenden Defizits tragen müssen – das klang auch in den Ohren der Kötzer Gemeinderäte nicht schlecht. Nach einer Prognose, die auf Erfahrungen in Krumbach und Burgau basiert, hätte die Kommune nach Abzug der Zuschüsse von Freistaat und Landkreis mit 90 Cent pro Einwohner zu rechnen, was voraussichtlich einen jährlichen Zuschuss von circa 2880 Euro nötig machen würde.
Zudem warb Bürgermeister Ernst Walter mit dem Hinweis, dass der Beitrittsbeschluss „nur eine Absichtserklärung“ und noch keine feste Zusage bedeute, für das Projekt Flexibus. Dieser sei kein Rufbus, sondern verkehre, wenn auch nur auf Anforderung, zu festgesetzten Zeiten auf festen Linien mit einem äußerst engmaschigen Netz von Haltepunkten, was auch die Mobilität innerhalb der Ortsteile erleichtern soll. So seien Fahrten aus Ebersbach nach Kleinkötz oder von Großkötz zum Bahnhof der Mittelschwabenbahn bei Kleinkötz möglich. „Der normale Linienbus bleibt bestehen“, versicherte Walter und sagte auch: „Der Flexibus soll nicht die Mittelschwabenbahn überflüssig machen.“ Letzteres sorgte bei einer Reihe von Gemeinderäten für ein vieldeutiges Grinsen.
Grundsätzlich zeigte sich der Kötzer Gemeinderat dem Projekt Flexibus gegenüber also aufgeschlossen. Konkrete Fragen wie Linienführung, Haltepunkte, Tarife und Finanzierungsregelungen sollen in einem weiteren Schritt mit einem Vertrag geregelt werden, den die am Flexibussystem beteiligten Gemeinden, der Landkreis, die beteiligten Verkehrsunternehmen und der Verkehrsverbund Mittelschwaben miteinander regeln. „Dieser Vertrag bedarf vor Abschluss der Zustimmung durch den Gemeinderat“, heißt es im Beschlussvorschlag. Und darauf legten die Kötzer Bürgervertreter Wert.
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