Die neue Leipheimer Südumfahrung soll den Autoverkehr durch die Innenstadt halbieren



Von Walter Kaiser
Leipheim Die Festredner waren sich einig: die künftige Südumfahrung Leipheims ist eine „Jahrhundertchance“ für die Stadt und ihre Bewohner. Ende 2014 soll die neue, etwa 3,3 Kilometer lange Straße, die in weiten Teilen über die Start- und Landebahn des ehemaligen Fliegerhorstes führt, fertiggestellt sein. Die Kosten belaufen sich auf gut sieben Millionen Euro.
Wenn die Umgehungsstraße in Betrieb geht, werde die Leipheimer Innenstadt in hohem Maße vom Durchgangsverkehr befreit sein, freute sich Bürgermeister Christian Konrad gestern beim Spatenstich für das Bauvorhaben.
Jahrzehntelang, so erklärte das Stadtoberhaupt in seiner Ansprache, sei über eine Umgehungsstraße für Leipheim diskutiert worden. Alle möglichen Varianten wurden besprochen, nun sei das noch vor zehn Jahren „undenkbare Realität“ geworden – eine Umgehungsstraße über das Fliegerhorstgelände.
Wenn die Südumfahrung, die fast auf ganzer Länge einen parallelen Radweg erhält, fertig sei, werde es gelingen, den Lkw-Verkehr fast komplett aus der Innenstadt fern zu halten, die Zahl der durch Leipheim fahrenden Autos soll von etwa 13 000 auf 6500 täglich halbiert werden. Das bringe nicht nur eine spürbare Entlastung für die Bewohner der Innenstadt. Die neue Umgehung, „das größte Bauprojekt in der Geschichte Leipheims“, berge auch Chancen für die weitere Sanierung der Altstadt und die Bemühungen, wieder Familien in die Innenstadt zu holen. Denn die Umwandlung des ehemaligen Fliegerhorstes in ein großes, interkommunales Gewerbegebiet, werde nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch einen Zuzug neuer Bürger bringen, prognostizierte der Bürgermeister.
Christian Konrad dankte allen an dem Bauprojekt beteiligten Stellen, unter anderem der Gemeinde Bubesheim, über deren Flur die künftige Südumfahrung Leipheims in Teilen führen wird. Auch Bubesheim ist Nutznießer der Umgehungsstraße, erhält die Gemeinde mit ihr doch eine neue Verkehrsanbindung .
In einem kurzen Grußwort betonte auch Landrat Hubert Hafner, die Südumfahrung bringe „mehr Lebensqualität“ für die Menschen in Leipheim. Da der Verkehr noch immer zunehme, müssten solche Projekte angegangen werden, wie auch der Ausbau der Autobahn zeige. Der CSU-Bundestagsabgeordnete Dr. Georg Nüßlein bezeichnete den Bau der Südumfahrung und die Umwandlung des früheren Fliegerhorstes in ein großes Gewerbegebiet als „bemerkenswert“ und als ein „positives Zeichen“. Er würde sich wünschen, dass in Deutschland „generell stärker über die Chancen als über die Risiken“ von Projekten diskutiert würde, so Nüßlein.
In einem launigen Grußwort erklärte der CSU-Landtagsabgeordnete Alfred Sauter, Leipheim sei es im Gegensatz zu Burtenbach gelungen, die Umgehungsstraße ohne Gerichtsprozess zu verwirklichen. Die Planung sei in Leipheim da, auch die vorzeitige Baufreigabe. Für Heiterkeit sorgte Sauter mit dem Hinweis: „Auch das Geld ist da. Zumindest auf dem virtuellen Weg der Überweisung“.
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