Entscheidungen über Flexibus und Windkraft vertagt
Waldstetten Mit großer Mehrheit abgelehnt hat der Gemeinderat in Waldstetten den Antrag eines Burgauer Bauunternehmens zum Abbau von Kies durch Nassabbaggerung auf der gemeindlichen Flur. Das Burgauer Bauunternehmen wollte auf einer Fläche von etwa 14000 Quadratmetern bis zu einer Gesamttiefe von fünf Metern Kies abbauen. „Dadurch würde ein weiterer Baggersee entstehen“, argumentierte Gemeinderat Werner Joos, „und genau das wollen wir nicht“. Zudem sei die Erschließung nicht gesichert, so Bürgermeister Emil Konrad.
Mit der Gemeinde gibt es bisher keinen Straßenbenutzungsvertrag über den Gemeindeweg. Genau dieser müsste dann nämlich ausgebaut werden; zumindest sollten Ausweichflächen für den Gegenverkehr geschaffen werden, um die angrenzenden Fluren zu schonen. Ein Teil der Erschließung führt dann zusätzlich noch über einen Privatweg, wobei mit dem Eigentümer bisher keine Vereinbarungen getroffen worden seien.
Windkraft: Im Konzept des Regionalverbandes Donau-Iller zur Windenergie sind derzeit im Gemeindegebiet des Marktes Waldstetten keine Vorrangflächen für Windkraftanlagen vorgesehen. Bürgermeister Konrad schlug vor, die anstehenden Bürgerinformationsveranstaltungen der Stadt Ichenhausen und der Gemeinde Ellzee am 8. Februar im Sportheim Ellzee abzuwarten und erst dann über eine abschließende Stellungnahme im Gemeinderat zu beraten.
Flexibus: Die Marktgemeinde Waldstetten ist der Flexibuszone Ichenhausen angeschlossen. Die Gemeinde müsste demnach die Hälfte des nach Abzug der staatlichen Förderung verbleibenden Restdefizits tragen. Dieses Restdefizit beträgt voraussichtlich 15 Prozent der Gesamtkosten, so Bürgermeister Konrad. Einige Gemeinderäte wollten konkrete Zahlen, beispielsweise die Gesamtkosten pro Jahr für die Gemeinde und je Einzelfahrt für die Benutzer des Flexibusses, wissen. Bürgermeister Konrad schlug vor, sich in der nächsten Sitzung über die konkreten Kosten und Bedingungen vom Betreiber informieren zu lassen und erst dann eine Entscheidung über die Teilnahme am Flexibus-System zu treffen.
Bürgerversammlung 2011: Im Nachgang aus der Bürgerversammlung vom letzten Jahr kam die Anregung, Anreize für die Belebung des Dorfkerns zu schaffen. Derzeit würde neuer Wohnraum nur am Ortsrand und in den ausgewiesenen Neubaugebieten entstehen, während im Dorfkern immer mehr Häuser leerstehen und auch nicht mehr renoviert und saniert würden. Ein Bürger hat deshalb vorgeschlagen für den Abbruch älterer Häuser im Dorfkern gemeindliche Zuschüsse zu gewähren. Eine konkrete Anfrage in dieser Richtung liegt der Gemeinde bereits vor. Mit diesem Thema will sich der Gemeinderat weiter beschäftigen. (zad)
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